19 | 01 | 2019

Kurzmeldungen-Trend, 18.01.2019

10-Tage-Vorhersage für Deutschland

von Dienstag, 15.01.2019 bis Dienstag, 22.01.2019
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Samstag, 12.01.2019, 14:05 Uhr

Unbeständig, teils windig und kühl.

Vorhersage für Deutschland bis Samstag, 19.01.2019,
Am Dienstag im Norden durchziehende Niederschläge, anfangs mit Schnee vermischt. Kurzzeitig auch gefrierender Regen nicht ausgeschlossen. Im Süden nachlassende Schneefälle, nachfolgend Auflockerungen. Höchsttemperaturen in der Osthälfte 2 bis 5, in der Westhälfte 4 bis 7 Grad. Mäßiger bis frischer Westwind, an der See und im Bergland Sturmböen.In der Nacht zum Mittwoch im Norden und der Mitte stark bewölkt, im Süden teils klar. Im Nordosten und Norden Regen, sonst überwiegend niederschlagsfrei. In der Nordhälfte mit 5 bis 0 Grad abgesehen vom Bergland meist frostfrei. Südlich des Mains Tiefstwerte zwischen 0 bis -5, über Schnee auch darunter.Am Mittwoch teils stark bewölkt, nach Süden hin auch aufgelockert. Es bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Die Luft erwärmt sich am Tage auf Höchsttemperaturen zwischen 3 Grad im Südosten und bis 9 Grad am Niederrhein. Der Wind weht an der Küste und auf den Bergen frisch, sonst mäßig aus Südwest.In der Nacht zu Donnerstag im Nordwesten aufziehender Regen, in höheren Lagen auch mit Schnee vermischt. Nach Süden teils klar und trocken. Tiefstwerte zwischen +4 und -4 Grad.Am Donnerstag Durchzug einer Niederschlagsfront mit leichten Regenfällen. In höheren Lagen auch Schnee. Tagesmaxima liegen zwischen 4 und 8 Grad. Der Wind frischt stark böig auf und dreht auf Nordwest. An der Küste und auf den Bergen sind Sturmböen nicht ausgeschlossen.In der Nacht zu Freitag schneit es vor allem noch in der Südhälfte, sprich an den Alpen, sonst bleibt es oft trocken. Tiefstwerte liegen zwischen +3 und -3 Grad.Am Freitag und Samstag ist es teils stark bewölkt, teils auch aufgelockert. Anfangs fällt im Alpenraum noch Schnee. Die Tagesmaxima liegen zwischen 1 und 5 Grad und die nächtlichen Minima zwischen +1 und -5 Grad. Der Wind weht frisch bis mäßig, an der Küste und auf den Bergen auch stürmisch aus Südwest bis Nordwest.

Trendprognose für Deutschland,
von Sonntag, 20.01.2019 bis Dienstag, 22.01.2019,


Unbeständig, winterlich - kühl.

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DONALD versus ANGELA: Es resultiert ein Piteraq

Während ein Orkantief über der Grönlandsee in der ersten Januarwoche diesen Jahres Deutschland nur mit einer Warmfront und leichtem Schneefall (Alpen mal ausgenommen) beeinflusste, sorgte es im hohen Norden für viel Sturm und hohen Wellengang. Zudem verursachte es an der Ostküste Grönlands einen "Piteraq", der im heutigen Thema des Tages näher vorgestellt wird.

Vom 9. auf den 10. Januar 2019 entwickelte sich über der Grönlandsee ein gewaltiges Orkantief, das vom Institut für Meteorologie der FU Berlin den Namen DONALD erhielt. Es beeinflusste ein Gebiet zwischen Spitzbergen und dem Europäischen Nordmeer. Doch wie kam es zu dieser explosiven Tiefdruckentwicklung (auch als "rapide Zyklogenese" bekannt) mit einem Kerndruck, der innerhalb von 18 Stunden von 990 hPa auf etwas unter 950 hPa fiel?

Im Anhang sind in Bild 1 die wichtigsten Zutaten für solch eine heftige Tiefdruckentwicklung stark vereinfacht zusammengefasst. Zunächst bedarf es eines markanten Nord-Süd-Gefälles der Temperatur. Die großen Zahlen entsprechen der Temperaturverteilung in rund 1,5 km über Grund. Man erkennt, dass im Umfeld von Grönland eisige Winterluft mit Werten von unter -20 Grad herrschten (die Werte über Grönland sind wegen der Orografie von teils mehr als 3000 m nicht alle repräsentativ), während über Island milde Luft mit deutlichen Plusgraden nach Norden vorstieß. Gleichzeitig wehte in rund 9 km über Grund ein sehr kräftiger Westwind, der sogenannte "Polarfrontjet". Dieser wird durch die pinkfarbene Flächenfarbe dargestellt, wobei die schwarzen Linien die Druckverteilung in dieser Höhe angeben. Eng beieinanderliegende Linien sind gleichbedeutend mit einem starken Druckunterschied und hohen Windgeschwindigkeiten. Gemessen wurden zu der Zeit in diesem Höhenbereich Maxima von mehr als 250 km/h! Wenn sich nun ein Tiefdruckgebiet im richtigen Bereich unter einem solchen Starkwindband bildet, kann es in Verbindung mit dem vorhandenen Temperaturgradienten zu solch einer explosiven Entwicklung kommen.

In Bild 2 ist die Lage des Orkantiefs östlich von Grönland mit Hilfe von Isobaren (Linien gleichen Luftdrucks) dargestellt, wobei die Isobaren zwischen 980 hPa und 1020 hPa entfernt wurden. In Flächenfarbe sind die vom deutschen Wettermodell ICON (horizontale Auflösung von 13 km) erwarteten Windböen in km/h eingetragen. Wenig überraschend werden im Bereich mit der stärksten Isobarendrängung westlich des Tiefzentrums schwere Sturmböen bis Orkanböen erwartet. Es fällt aber auch ein Bereich entlang der Ostküste Grönlands mit einer Schliere an hohen Windgeschwindigkeiten ins Auge, die sich nördlich von Island nach Osten ausbreitet (siehe weißer Kasten). Bei diesen Winden handelt es sich um katabatische Fallwinde entlang der Ostküste (Griechisch: katabatikos - herunterfließend). Man kann sich das recht einfach vorstellen: Über Grönland lagert eiskalte Festlandsluft, die nur einen Grund benötigt, um am Ostrand von Grönland dank ihrer höheren Dichte und der Gravitation folgend zum Meer herunterzufallen und durch der daraus resultierenden Beschleunigung an Geschwindigkeit zuzulegen. Solch einen Grund liefert der fallende Luftdruck vor der Ostküste Grönlands, sodass die Festlandsluft regelrecht zum Meer gesogen wird und durch die komplexe Orografie lokal extreme Windgeschwindigkeiten auftreten können. Dieser Fallwind ist unter dem Namen "Piteraq" bekannt und bedeutet im Grönländischen "das, was einen überfällt". Der Name zeigt bereits, dass dieser Wind urplötzlich und mit großer Gewalt über die Küstenbereiche hereinbrechen kann.

Der eingezeichnete hellblaue Pfeil zeigt die Zugbahn eines Sturmtiefs, das am 6. Februar 1970 für den bisher stärksten beobachteten Piteraq verantwortlich war, wobei ein Windmesser vor Ort bei unglaublichen 252 km/h zerstört wurde. Die eigentlichen Windgeschwindigkeiten dürften noch viel höher gelegen haben. Der orangenfarbene Pfeil zeigt hingegen ein Sturmtief am 20. September 2003, der einen Piteraq im Herbst auslöste. Der dadurch aufgewirbelte Schnee war in dem zu dieser Jahreszeit noch vorhandenen Tageslicht und somit auch auf Satellitenbildern sehr schön zu erkennen (siehe Bild 3).

Das aktuelle Tief DONALD entwickelte sich im Vergleich zu den eingezeichneten früheren Sturmtiefzugbahnen nördlicher. Damit fiel der Luftdruck vor der zentralen Ostküste Grönlands weniger stark, sodass kein rekordverdächtiger Piteraq auftreten konnte. Dennoch zeigte ICON Windspitzen von mehr als 200 km/h, was auch vom Dänischen Meteorologischen Institut (DMI) mit Windspitzenvorhersagen von örtlich mehr als 230 km/h bestätigt wurde. Da der dänische Wetterdienst mittlerweile dort, wo der Piteraq wiederholt auftritt, das Wettermodell "Harmonie-TAS" mit einer horizontalen Auflösung von 750 m verwendet, können die Piteraq-Ereignisse und die in diesem Zusammenhang zu erwartenden Maximalwinde immer besser vorhergesagt werden.

DONALD zog in den Folgetagen weiter nach Osten und peitschte über der südlichen Grönlandsee und dem Nordteil des Europäischen Nordmeeres gewaltige Wellen auf. Die Vorhersagemodelle reagierten darauf mit signifikanten Wellenhöhen von mehr als 14 m, mit einzelnen Wellenspitzen von mehr als 25 m (siehe DWD-Lexikon, Stichwort "Signifikante Wellenhöhe")! Wehe dem, der bei diesen Bedingungen auf hoher See unterwegs war.

Das Tief schwächte sich dann am vergangenen Wochenende sukzessive ab, nistete sich über Nordskandinavien ein und sorgte als Gegenpart zum ausgeglichenen und beständigen Azorenhoch ANGELA für die unbeständige Nordwestwindwetterlage in Deutschland, die wiederum die heftigen Schneefälle im Alpenraum weiter forcierte. Man kann nur froh sein, dass sich der cholerische DONALD größtenteils über den Weiten des Meeres ausgetobt hat!

Dipl.-Met. Helge Tuschy

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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Aktuelle Isobarenkarten

http://www.met.fu-berlin.de/de/wetter/maps/emtbkna.gif

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Der 15-Tage-Temperaturtrend umfasst eine Vorhersage für die Tageshöchst- und Tiefsttemperaturen der Tage 5 bis 15. Dabei gilt der Ausgabetag (heute) als erster Tag.

Die Temperaturwerte gelten typischerweise für die unteren und mittleren Lagen der Regionen, in den Hochlagen der Mittelgebirge und in den Alpen sind niedrigere - und

besonders im Winter bei Inversionswetterlagen - teils auch höhere Temperaturen möglich.

Der 15-Tage-Temperaturtrend wird auf Basis des mittelfristigen Vorhersagesystems des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW) berechnet, wobei das

Gebiet der Bundesrepublik Deutschland in 7 RegioWärmstes Jahr seit dem Beginn regelmäßiger Temperaturmessungennen (Nordwesten, Nordosten, Osten, Westen, Mitte, Südosten,

Südwesten) unterteilt wird. Die Vorhersage berücksichtigt Prognoseunsicherheiten, die bei mittelfristigen Vorhersagen eine große Rolle spielen. Daher ist es bei Prognosen, die sich bis z

um fünfzehnten Tag erstrecken, sinnvoll einen Bereich anzugeben, in dem sich die Temperatur wahrscheinlich bewegen wird. Da diese Spanne bis einschließlich des vierten Tages in der

Regel sehr klein ist, beginnt der 15-Tage-Temperaturtred erst am fünften Tag.

Der Bereich, in dem sich die Tageshöchsttemperatur wahrscheinlich bewegen wird ist in den Abbildungen orangerot dargestellt, der Bereich für die Tagestiefsttemperatur in blau.

Gerade gegen Ende des Vorhersagezeitraums kann es vorkommen, dass es zu einer Überschneidung dieser beiden Bereiche kommt. Dieser Überschneidungsbereich ist violett markiert. 

Trend (5. bis 15. Tag)

Trendvorhersage Mecklenburg-Vorpommern  

10 Tage trent vom 12.01.19 bis 22.01.2019

Region Nordost Tageshöchsttemperatur Tagestiefsttemperatur
12.01.19 4 bis 6 1 bis 4
13.01.19 4 bis 6 1 bis 5
14.01.19 3 bis 6 -1 bis 4
15.01.19 3 bis 7 -1 bis 4
16.01.19 3 bis 7 0 bis 4
17.01.19 1 bis 6 -2 bis 3
18.01.19 0 bis 5 -3 bis 2
19.01.19 0 bis 5 -4 bis 3
20.01.19 -1 bis 5 -5 bis 2
21.01.19 -2 bis 4 -6 bis 1
22.01.19 -3 bis 4 -7 bis 1

Der 15-Tage-Temperaturtrend

Temperaturtrend für Deutschland für 15. Tag

Tageshöchst- und Tagestiefsttemperaturen  in Grad Celsiu

2009-2019

Unwetterwarnungen

 

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