14 | 08 | 2018

Klima 2010/16/17/18



KLIMA - Berichte - 2010/12/13/14/15/16/17/18
 

Mai 2018: Zweiter monatlicher Temperaturrekord in Folge, regional mit Dürren und Starkniederschlägen

04.06.2018 – Der Mai 2018 war in Deutschland der wärmste Mai seit 1881 und nach dem diesjährigen April der zweite Monat in Folge mit einem neuen Rekordwert. Die deutschlandweit hohen Temperaturen wurden im Süden und Westen des Landes begleitet von häufigen Gewittern, Starkniederschlägen und lokalen Hochwasserereignissen und einer ausgeprägten Trockenheit im Norden. Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes: „Wir erleben die letzten Jahre eine Häufung klimatologischer Rekorde, die sich in der Summe nur mit dem Klimawandel erklären lassen. Mit diesen Rekorden nehmen aber auch Extremereignisse zu, welche direkt oder indirekt uns alle betreffen. Für die Zukunft erwarten wir eine weitere Zunahme solcher Extremereignisse. Dies erfordert von uns allen intensivere Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen.“

Mai 2018 mit neuem Temperaturrekord

2018 war der wärmste Mai in Deutschland seit 1881 und nach April 2018 der zweite Monat in Folge mit einem neuen Monatsrekord. Mit einem Gebietsmittel von 16,0 °C war der Mai 2018 3,9 K wärmer als das vieljährige Mittel der Monatswerte 1961-1990 und platziert sich nun vor den Jahren 1889 und 1931. Mit seinem deutlichen Wärmeüberschuss übertraf der diesjährige Mai sogar die vieljährigen Junimittel um 0,6 °K. Während des gesamten Mais stand Mittel- und Nordeuropa unter kontinuierlichem Hochdruckeinfluss; der Kern dieses sich ständig regenerierendem Hochdruckgebiets verlagerte sich ab der zweiten Monatshälfte über Skandinavien. Ein schwaches Höhentief über Westeuropa führte kontinuierlich feuchtwarme Luft in den Westen und Süden Deutschlands heran, aufgrund der geringen Druckgradienten blieb diese oft über längere Zeiträume ortsfest und bedingte Gewitter und Starkniederschläge.

Ende Mai hatte Hawkinsauf seinem Blog "Climate Lab Book"solche "Wärmestreifen" unter anderem für die weltweiten Durchschnittstemperaturen seit 1850 und eine Datenreihe aus Zentral-England seit 1772 veröffentlicht.

 

Die Grafik visualisiert die Durchschnittstemperatur für Deutschland zwischen 1881 und 2017; jeder Streifen steht für ein Jahr,

Basis ist der Datensatz des DWD; Grafik: Ed Hawkins/klimafakten.de

 

Abweichungen der Maitemperaturen für Deutschland vom vieljährigen Mittel 1961-1990 (Quelle DWD)

 

2017, Juli: Einordnung der Stark- und Dauerregen in Deutschland zum Ende eines sehr nassen Juli 2017

Bis zum 27. Juli sind in Teilen Deutschlands ergiebige Stark- und Dauerregen gefallen - wieder bei der Großwetterlage Tief Mitteleuropa. Sie waren ähnlich extrem wie beim Elbehochwasser 2002. Der DWD hat eine erste Einordnung dieser Niederschläge vorgenommen. In ihrem Bericht kommen die Wissenschaftler zu dem Fazit, dass von einem Einfluss des Klimawandels auszugehen ist, aber der messtechnische Nachweis ist noch nicht vollständig erbracht worden ist.

Bis Ende Mai diesen Jahres waren Dürre, Trockenheit und Waldbrandgefahr die für Deutschland bestimmenden Themen, wenn es um Extremwetter im Jahre 2017 geht. Im Juli 2017 sind dagegen extreme Niederschläge gefallen, sowohl eher kleinräumige und intensive Starkregen, als auch die gerade zu Ende gegangenen extremen unwetterartigen Dauerregen. Sie führten zu Überschwemmungen und Hochwassern in Teilen Deutschlands. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat diese jetzt in einem Bericht unter dem Titel "Ersten hydro-klimatologischen Einordnung der Starkregen und Dauerregen in Deutschland zum Ende eines sehr nassen Juli 2017" beschrieben und eingeordnet.

Die Schwerpunkte lagen im Umfeld des Harzes, Südniedersachsen, Nordhessen, Nordthüringen, Sachsen-Anhalt und zum Ende auch am Nordrand des Schwarzwaldes und am Alpenrand in Bayern. Erneut betroffen waren auch Vorpommern, Berlin und Brandenburg.

Die höchsten 24 und 48h-Summen verzeichnete die Station Eckertalsperre (Niedersachsen) mit 153,0 mm am 25.07. und 253,7 mm inklusive dem Vortrag, relativ dicht gefolgt von der Station Brocken (Sachsen-Anhalt) mit 121,2 mm am 24.07. und 238,2 mm inklusive dem Folgetag. Tagessummen von mehr als 100 mm sind im Sommer durchaus möglich und der deutschlandweite Rekord von 312 mm in Zinnwald vom 12.08.2002 im Kontext des ersten Elbejahrhunderthochwassers wurde bei weitem verfehlt.

72-stündigen Niederschlagshöhen bis zum 27.07.2017, 07.50 Uhr (Quelle Deutscher Wetterdienst 2017)

Die Schwerpunkte lagen im Umfeld des Harzes, Südniedersachsen, Nordhessen, Nordthüringen, Sachsen-Anhalt und zum Ende auch am Nordrand des Schwarzwaldes und am Alpenrand in Bayern. Erneut betroffen waren auch Vorpommern, Berlin und Brandenburg.

Die höchsten 24 und 48h-Summen verzeichnete die Station Eckertalsperre (Niedersachsen) mit 153,0 mm am 25.07. und 253,7 mm inklusive dem Vortrag, relativ dicht gefolgt von der Station Brocken (Sachsen-Anhalt) mit 121,2 mm am 24.07. und 238,2 mm inklusive dem Folgetag. Tagessummen von mehr als 100 mm sind im Sommer durchaus möglich und der deutschlandweite Rekord von 312 mm in Zinnwald vom 12.08.2002 im Kontext des ersten Elbejahrhunderthochwassers wurde bei weitem verfehlt.

Wiederkehrzeiten der 72-stündigen Niederschlagshöhen bis zum 27.07.2017, 07.50 Uhr (Quelle Deutscher Wetterdienst 2017) Zoom

Für die kleinräumigen Überschwemmungen wie in Artern am 25.07.2017 waren eher die stündlichen Niederschlagsmengen (hier 40mm/h) relevant. Die stündlichen Niederschlagsmengen der meisten Gewitter an diesem Tag hatten aber selten Wiederkehrzeiten von über zehn Jahren. Selbst bei den Tagesniederschlägen wurde auch im Harzumfeld selten die 50-Jährlichkeit überschritten. Nur sehr lokal wurde für die Dauerstufe 24 h die 100-Jährlichkeit überschritten. Die in Punkto Jährlichkeit bzw. Seltenheit relevanteste Dauerstufen waren in dem Zeitraum 48h und vor allem 72h, für die im Harzumfeld verbreitet die 100 Jahre Wiederkehrzeit überschritten wurde (siehe Abbildungen).

Die rein meteorologische Extremität erreicht durchaus das Niveau der Ereignisse, die zum Elbehochwasser 2002 führten. Für das Wirkgeschehen war auch beim aktuellen Ereignis die Vorberegnung ein verschärfender Faktor. Ob ein Niederschlagsereignis zu Überschwemmungen führt, hängt jedoch von vielen weiteren Faktoren ab.

Erneut ist in der Zeit der intensivsten Niederschläge (24.-26. Juli) über Deutschland die Wetterlage Tief Mitteleuropa aufgetreten. Diese Großwetterlage war sowohl für die Sturzfluten in Braunsbach und Simbach im Spätfrühjahr 2016 als auch für die Jahrhunderthochwasser 2002 und 2013 verantwortlich. Klimamodelle projizieren bis zum Jahr 2100 ein deutlich vermehrtes Auftreten dieser Wetterlage von aktuell 9 auf bis zu 17 Tage im Jahr.

Um einen Einfluss des Klimawandels, und hier insbesondere der globalen Erwärmung zu überprüfen, gilt es die Hypothese, dass durch den Klimawandel die Intensität und Häufigkeit von Starkniederschlägen zunehmen wird, zu überprüfen. Während der Zusammenhang zwischen Temperatur und Wasserdampfgehalt tatsächlich auch klar durch Satellitenmessungen nachgewiesen wird, ist der Zusammenhang Wasserdampfgehalt versus Niederschlag deutlich komplexer. Der DWD wirbt daher bei dieser Fragestellung für eine differenzierte Betrachtung.

Zur Erfassung von Intensität und Häufigkeit von Starkniederschlägen ist eine in Raum und Zeit hoch-auflösende Niederschlagserfassung notwendig, wie sie der DWD flächendeckend mit Hilfe seines Radarverbundes und dank der Automation seines Niederschlagsmessnetzes seit Januar 2001 betreiben kann. Extremwertstatistische Auswertungen des DWD weisen über diesen Zeitraum tatsächlich für klein-räumige konvektive Ereignisse auf eine Steigerung hin. Allerdings sind diese Ergebnisse mit einer Zeitbasis von 16 Jahren noch nicht hinreichend belastbar für eine generelle Aussage, dass das allgemein anerkannte Prozessverständnis zur Beschleunigung des hydrologischen Kreislaufes aufgrund der globalen Erwärmung messtechnisch nachgewiesen ist. Im Fazit ist von einem Einfluss des Klimawandels auszugehen, aber der messtechnische Nachweis ist noch nicht vollständig erbracht.

Insgesamt betrachtet entsprechen sowohl die Dürreperiode von Januar bis Mai als auch die im Anschluss geschehenen extremen Niederschlägen dem Szenario eines extremeren Niederschlagsgeschehens in Deutschland, wie es der Weltklimarat in seinem fünften Sachstandbericht aufgrund des Klimawandels bereits 2014 prognostiziert hat.

2017, Juni: Stuttgart - Klimawandel im Kessel: künftig mehr Tage mit starker Wärmebelastung

Es wird immer wärmer - 2016 war das weltweit wärmste Jahr. Experten rechnen mit weiteren außergewöhnlichen Wetterlagen. Auch der Stuttgarter Kessel wird sich in den Sommermonaten in Zukunft noch stärker aufheizen. Das zeigen Ergebnisse eines neuen Stadtklimaprojektes, das der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Kooperation mit der Stadt Stuttgart durchgeführt hat.

Stadtklima Stuttgart - Wärmebelastung bisher und zukünftig (Quelle Deutscher Wetterdienst 2017)

Stuttgart: Mittlere jährliche Anzahl an Tagen mit starker Wärmebelastung (Tagesmaximum der Gefühlten Temperatur ≥ 32°C): Links für den Zeitraum 1971–2000 - Mitte: für den Zeitraum 2031-2060 das 25. Perzentil des Multi-Modell Ensembles - Rechts: für den Zeitraum 2031-2060 das 75. Perzentil des Multi-Modell Ensembles. Die Achsen markieren die Gaus-Krüger Koordinaten des 22x21km großen Auswertegebiets (Schlegel et al., 2017).

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Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, und der Vizepräsident des DWD, Dr. Paul Becker, stellten die daraus für Stuttgart abgeleiteten Ergebnisse am Dienstag, 13. Juni, im Rathaus vor.

Bürgermeister Pätzold: "Die Erderwärmung ist deutlich spürbar. Seit Beginn des letzten Jahrhunderts stieg die durchschnittliche Temperatur in Deutschland um fast ein Grad Celsius an. Der Wandel des Klimas macht sich vor allem im Südwesten Deutschlands und besonders in eng besiedelten Städten wie Stuttgart durch eine steigende Wärmebelastung bemerkbar. Wir müssen uns deshalb in Zukunft noch stärker mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzen."

Ziel der Kooperation mit dem DWD war die Schaffung einer Datengrundlage, mit der die Auswirkungen des Klimawandels auf die Hitzebelastung in Stuttgart noch besser darstellbar sind. Der Vizepräsident des DWD, Dr. Paul Becker, erläuterte: "Der DWD hat für Stuttgart eine besonders hochaufgelöste Computersimulation durchgeführt. Die Klimamodellierungen für die Landeshauptstadt zeigen, dass sich Stuttgart künftig auf deutlich mehr Tage mit starker Wärmebelastung einstellen muss."

Ergebnisse der Klimamodellierung

Weitere Ergebnisse der Klimamodellierung für Stuttgart sind:

  • Im ungünstigen Fall ist bis zur Mitte des Jahrhunderts eine Verdoppelung der Tage mit starker Wärmebelastung möglich.
  • Neben dem Stadtkessel sind insbesondere die Industrie- und Gewerbegebiete im Neckartal von einer starken Wärmebelastung betroffen.
  • Den bewaldeten Höhenlagen kommt eine besondere Bedeutung als kühles Refugium zu.

Bürgermeister Pätzold erklärte: "Aus den Ergebnissen ziehen wir Konsequenzen für die Stadtplanung. Indem wir in ,Mehr Grün in der Stadt' investieren, verbessern wir in der Innenstadt nicht nur die Wohn- und Aufenthaltsqualität der Bürgerinnen und Bürger. Durch grüne Freiflächen können wir auch für ein besseres Klima in der Stadt sorgen und den veränderten Wetterlagen entgegenwirken."

Datengrundlage durch Messfahrzeuge

Datengrundlage waren die vieljährigen Messstationen des DWD im Raum Stuttgart (Schnarrenberg, Echterdingen), die Station des Umweltamts (Schwabenzentrum) und eine durch den DWD durchgeführte Messkampagne. Hinzu kamen temporäre Messungen an drei Stationen: außerhalb des Talkessels (Dornhaldenfriedhof und Hohenheim), in einer für Stuttgart typischen Halbhöhenlage (Gänsheide) und in der Innenstadt (Diakonissenplatz).

Die Daten wurden im Sommer 2013 und Sommer 2014 erhoben. Zusätzlich wurden an mehreren Tagen im August 2013 und Juli 2014 mittags, abends und morgens vor Sonnenaufgang Profilmessfahrten mit einem Messfahrzeug durchgeführt.

Auswertung der Messungen und Modellrechnungen

Die Messergebnisse zeigen deutlich, dass die Änderung der Lufttemperatur zwischen dem Kesselboden, den Hanglagen und den Hochflächen um Stuttgart abhängig von der Geländehöhe und der Flächennutzung ist. Nach den Modellrechnungen tritt in den freien Höhenlagen eine starke Wärmebelastung (d. h. Tage mit einer gefühlten Temperatur von mehr als 32 Grad Celsius) an weniger als 20 Tagen und in bewaldeten Höhenlagen sogar an weniger als fünf Tagen pro Jahr auf. In den bebauten Tallagen wie dem Stuttgarter Kessel, dem Neckartal, dem Feuerbachtal oder dem Rohrackertal tritt eine starke Wärmebelastung hingegen an über 30 Tagen pro Jahr auf.

Die höchsten Werte treten bei mittlerer und dichter Bebauung und vor allem in Industrie- und Gewerbegebieten auf. Hier gibt es pro Jahr 35 Belastungstage oder mehr. Grund sind die hohen Flächenanteile an Versiegelung und Bebauung in Kombination mit Gebäudeformen, die wenig Schatten spenden. In einigen Industrie- und Gewerbegebieten, in denen das Neckartal eine geringe Talbreite aufweist, wie z. B. in den südöstlichen Stadtteilen Wangen, Untertürkheim und Mettingen, werden auch über 40 Belastungstage pro Jahr erreicht.

Städtisches Grünprogramm "Mehr Grün in der Stadt"

Mit dem kommunalen Grünprogramm ist die Stadt Stuttgart bereits für ein besseres Klima im innenstädtischen Bereich aktiv. Ziel ist es, Höfe, Dächer und Fassaden zu begrünen und die Entsiegelung von Flächen voranzutreiben. Grünflächen können in den heißen Sommermonaten die Hitze in der Stadt reduzieren. Gleichzeitig kann ein Großteil des Regenwassers versickern und verdunsten und somit in den natürlichen Wasserkreislauf zurückkehren. Die Koordinierungsstelle des kommunalen Grünprogramms bietet kostenlose Beratungen und finanzielle Unterstützung an.

 

 

 Klimafakten als Grundlage für politische Entscheidungen 

Der Meeresspiegelanstieg wird Folgen für Küstenmetropolen in G20-Staaten haben. Er bringt erhebliche Risiken für Wohn- und Lebensraum von hunderten Millionen von Menschen. Bauten und Infrastrukturen im Wert von Billionen US-Dollar sind unmittelbar durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht. Die heutigen Emissionen lassen langfristig weite Küstenstreifen unter dem Meeresspiegel liegen. Die Dringlichkeit erfordert ernsthaften Umgang mit Fakten. Schon jetzt sind irreversible Änderungen von Klimaprozessen in allen Regionen der Welt sichtbar. Es sind gemeinsame Maßnahmen aller Staaten auf globaler Ebene zum Schutz des Klimas unumgänglich. Hierzu zählen auch die Städte. Sie tragen eine große Verantwortung. Bereits bestehende Risse im gemeinsamen Haus Erde müssen jetzt gekittet werden. Um die Entscheidungsgrundlage stetig zu verbessern und den Erkenntnisprozess nicht abreißen zu lassen, brauchen wir eine unabhängige Wissenschaft. Vor diesem Hintergrund stellen wir die wesentlichen Fakten zum Klimawandel zur Verfügung: 

1. Die Luft an der Erdoberfläche hat sich bereits deutlich erwärmt: Drei Rekordjahre in Folge wurden noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnung registriert.

2. Seit mehreren Jahrzehnten zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend: Seit den 1960er Jahren war jede Dekade wärmer als die vorherige.

3. Die Häufung von Temperaturrekorden in den vergangenen Jahren ist höchst ungewöhnlich. 

4. Die Ozeane haben sich deutlich erwärmt: Die Ozeane sind in 35 Jahren um 0,5°C wärmer geworden.

5. Der größte Teil der globalen Erwärmung (93 Prozent) wird in den Meeren gespeichert.

6. Der Meeresspiegel steigt: Die Anstiegsrate beträgt aktuell 3,4 mm pro Jahr (± 0,4mm). 

7. Der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre nimmt stetig zu: Höchste CO2-Konzentration seit mindestens 800.000 Jahren.

8. Die Ozeane versauern: Säuregehalt der Meeresoberfläche in 150 Jahren um rund 30 Prozent gestiegen. 

9. Grönland verliert massiv Eis: Verlust beträgt 250 bis 300 Milliarden Tonnen pro Jahr.

10. Gletscher und Schnee schwinden: 80 Prozent der beobachteten Gebirgsgletscher verlieren Eismasse.

11. Das Meereis rund um den Nordpol wird stetig weniger: Rekordminus im Winter 2016/17. 

12. Auch in Deutschland ist der Klimawandel unübersehbar: Erwärmung seit 1881 beträgt 1,4 °C

13. Markante Zunahme von Hitzeereignissen (DE): Häufigere und intensivere Hitzewellen.

14. Das Risiko von Hochwassern nimmt zu. (DE): Kritischen Wetterlage tritt deutlich häufiger auf. 

15. Schwere Gewitter richten größere Schäden an: Anzahl von schadenrelevanten Natur- ereignissen hat sich global verdreifacht, gewitterbedingte Schäden sind bereits gestiegen.

16. Der Meeresspiegel an den deutschen Küsten steigt. Nord- und Ostsee in 100 Jahren um 10 bis 20 Zentimeter gestiegen.

17. Pflanzen und Tiere reagieren auf die allgemeine Erwärmung (DE)

18. Land- und Forstwirtschaft spüren bereits deutlich Folgen des Klimawandels (DE)

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Deutschlandwetter im Jahr 2013/14/15/16

Weltzentrum für Niederschlagsklimatologie im DWD: Monatliche homogenisierte Niederschlagsanalyse HOMPRA online

26.04.2017- Änderungen der Messbedingungen können zur Inhomogenität der Messreihe führen. Die Gründe dafür sind zahlreich (Stationsverlegung, Instrumentenaustausch, Änderung der Exposition, …). Gerade in den Niederschlagszeitreihen sind systematische Änderungen häufig windbedingt. Um verlässliche Aussagen über den Trend der Zeitreihen zu machen ist es daher unerlässlich vorab die Daten auf Homogenität zu prüfen und sofern nötig den systematischen Fehler vor und nach dem Bruchpunkt anzupassen.

WZN: Monatliche homogenisierte Niederschlagsanalyse online (Quelle Deutscher Wetterdienst 2017)

Homogenisierter saisonaler Niederschlagstrend (mm pro Jahr) für den Zeitraum 1951-2005. Signifikante Trends (p < 0.025) werden durch einen Punkt (∙) gekennzeichnet.

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Durch den Klimawandel rücken Trendanalysen immer mehr in den Fokus. Doch gerade Niederschlagstrends sind regional ausgeprägt und durch die hohe Variabilität schwerer signifikant zu bestimmen. Der Niederschlag und dessen Änderung haben große Auswirkungen auf unser tägliches Leben, ob im Bereich der Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung oder der Flusspegel und somit Gütertransport und sind daher von großem wirtschaftlichen Interesse.

Um eine robuste Analyse zum Niederschlag, insbesondere der Trendanalyse, durchführen zu können, ist also eine verlässliche, bereinigte Datengrundlage unerlässlich. Diese wird für Europa nun durch das „Weltzentrum für Niederschlagsklimatologie“ (WZN) mit der „HOMogenized PRecipitation Analysis for Europe“ (HOMPRA Europe) für die Jahre 1951-2005 bereitgestellt. Das WZN, betrieben durch den DWD unter der Schirmherrschaft der „Weltorganisation für Meteorologie“ (WMO), hat die Aufgabe globale Niederschlagsanalysen für die Niederschlagsüberwachung und Klimaforschung bereitzustellen.

Der neue Gitterdatensatz mit 0,5°, 1,0° und 2,5° Auflösung basiert auf 5536 sorgfältig ausgewählten monatlichen Zeitreihen aus dem Datenkollektiv des WZN. Diese zeichnen sich durch eine hohe Datenqualität mit wenig Fehlwerten aus, sind qualitätskontrolliert und homogenisiert.

Zur Erkennung [1] und Korrektur [2] von künstlichen Brüchen in der Zeitreihe wird ein sogenanntes relatives Homogenisierungverfahren verwendet. Die Zeitreihen werden statistisch mit hoch korrelierten Zeitreihen der Umgebung verglichen und auf Veränderungen untersucht, welche in den Referenzzeitreihen nicht auftreten. Dies soll gewährleisten, dass natürliche Veränderungen und insbesondere Langzeitveränderungen während der Korrektur bewahrt bleiben. Die Ergebnisse der Bruchpunkterkennung werden, sofern möglich, mit den Stationsaufzeichnungen abgeglichen und starke Korrekturen manuell kontrolliert. Die so homogenisierten Zeitreihen werden mit den operationellen Interpolationsverfahren des WZN auf die Gitter mit 0,5°, 1,0° und 2,5° Auflösung gebracht [3,4].

Die Abbildung zeigt die saisonalen Niederschlagtrends des neuen, bereinigten HOMPRA Europe Datensatzes. Signifikante Veränderungen zeigen sich vor allem in den meteorologischen Wintermonaten (DJF - Dezember, Januar, Februar) und zeigen einen Trend zu weniger Niederschlag im südlichen Europa und zu mehr Niederschlag im nördlichen Europa.

 

 

 

Das Klima in Deutschland

Jahr 2016

Mit einer Mitteltemperatur von 9,5°C war das Jahr 2016 wieder ein sehr warmes Jahr. Die Jahre 1934, 1989, 1990, 1999, 2006 und 2008 erreichten die gleiche Mitteltemperatur und belegen somit die Plätze 8 bis 14. Zum aktuellen Vergleichszeitraum 1981-2010 ergibt sich eine Abweichung von +0,6 K und gegenüber der international gültigen Klimareferenzperiode 1961-1990 eine Abweichung von +1,3 K. Das Jahr begann recht mild. Der Januar war +1,5 K zu warm, der Februar sogar +2,9 K (Bezugszeitraum Klimareferenzperiode 1961-1990). Die folgenden Monate waren wärmer als normal, blieben aber unter +2 K Abweichung. Der Monat September erreichte eine Anomalie von +3,6 K. Der Oktober und der November waren etwas kühler als normal, der Dezember wieder etwas wärmer. Zusammen mit dem Dezember 2015 war der Winter 2015/2016 extrem mild. Richtiger Hochsommer stellte sich erst im letzten Augustdrittel ein und reichte bis Mitte September. Die erste Novemberhälfte war recht frostig. Winterliche Witterung konnte sich aber auch im Dezember nicht durchsetzen.

Im Vergleich zu 1961-1990 waren insgesamt 10 Monate des Jahres zu warm und nur 2 zu kalt (Oktober und November). Gegenüber dem Vergleichszeitraum 1981-2010 waren dagegen 4 Monate zu kalt (März, April, Oktober und November) und 8 zu warm.

Hinsichtlich des Niederschlags war das Jahr als Ganzes gesehen zu trocken. Mit 733,1 mm erreichte es 89,5 % (1981-2010) bzw. 92,9 % (1961-1990) der vieljährigen Mittelwerte und war damit im Vergleich zu beiden Bezugsperioden um -85,7 mm bzw. -55,8 mm zu trocken. Als 92.-nassestes oder 45.-trockenstes Jahr seit 1881 und als 80.-nassestes oder 37.-trockenstes seit 1901 ordnet es sich in die zu trockenen Jahre der Klimazeitreihen ein.

Bei der Betrachtung der Einzelmonate sind erhebliche Unterschiede erkennbar. 8 Monate waren trockener und entsprechend 4 Monate nasser als normal. Im Juni wurden die meisten Niederschläge beobachtet. Mit 115,5 mm wurde das Nieder-schlagssoll um +36,5 % übertroffen (Bezugszeitraum Klimareferenzperiode 1961-1990). Der trockenste Monat war der Dezember mit lediglich 26,5 mm und einem Niederschlagsdefizit von -62,3 %. Nur der Januar, der Februar und der Juni waren deutlich feuchter als normal. Die Monate März, August, September und Dezember waren deutlich zu trocken.

Insgesamt brachte das Jahr 2016 im Deutschlandmittel 1607,4 Sonnenstunden und lag damit geringfügig über dem vieljährigen Mittelwert. Der Überschuss betrug +6,8 Stunden oder +0,4 % gegenüber dem aktuellen Vergleichszeitraum 1981-2010 und +63,4 Stunden oder +4,1 % gegenüber der internationalen Referenzperiode. Damit ordnet sich das Jahr als 31.-sonnenscheinreichstes Jahr seit 1951 in die vorliegende Klimazeitreihe ein.

Der höchste Sonnenscheinüberschuss wurde mit +69,7 % im Dezember beobachtet (Bezugszeitraum Klimareferenzperiode 1961-1990), eine Abweichung von +26,5 Stunden. Im Oktober schien die Sonne nur an 61,4 Stunden, dies entspricht einem Defizit von -43,4 %. Nach den Monaten August und Mai war der September mit 215,2 Stunden der 3.-sonnenscheinreichste Monat des Jahres 2016.

 Top Ten der wärmsten Jahre in Deutschland seit 1881
 

Der heißeste Tag des Jahres

Nachdem der Sommer 2016 nun zur Hälfte vorbei ist, legt er am heutigen Mittwoch noch einmal so richtig los. Schwülheiße Temperaturen über 30 Grad werden verbreitet anzutreffen sein, wobei es fast überall auch viel Sonnenschein geben wird. Vielleicht wird der heutige Tag sogar der bisher heißeste des Jahres.

Eine Zwischenbilanz des Sommers 2016 zeigt bei Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein recht durchschnittliche Werte. So lag die bundesweite Mitteltemperatur bis zum 18. Juli 2016 mit etwa 16,8 Grad um 0,6 Grad über dem Soll der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Alle Abweichungen +/- 1 Grad gelten als normal. Der durchschnittliche Niederschlag summierte sich auf rund 150 Liter pro Quadratmeter und hat damit nach der Hälfte des Sommers schon knapp 62 % vom Mittel des ganzen Sommers (243 Liter pro Quadratmeter) erfüllt. Der Sonnenschein erzielte zur "Halbzeit" mit durchschnittlich etwa 301 Sonnenstunden und damit 49 % der sonst im Mittel im gesamten Sommer üblichen 615 Sonnenstunden fast eine Punktlandung.

Das sind erstaunliche Werte, hat man doch gefühlt bisher einen zu trüben (nicht eingetreten), deutlich zu nassen (teilweise eingetreten) und meist zu kühlen Sommer (nicht eingetreten) in Erinnerung. Dabei lässt man aber gerne außer Acht, dass es in diesem Sommer auch schon die eine oder andere Hitzewelle in Deutschland gab. So wurden beispielsweise vom 22. bis zum 25. Juni 2016 in Deutschland irgendwo mehr als 30 Grad gemessen (siehe dazu die Grafik der Höchsttemperaturen von Juni bis August in Deutschland unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2016/7/20.html; dunkelblaue Kurve). Auch vom 8. Juli bis zum 11. Juli wurde es heiß.


 Rückblick Mai – Erst Frühsommer, dann Unwetter

Der Monat Mai wird vielen als Unwettermonat in Erinnerung bleiben. Vor allem zum Monatsende gab es in weiten Landesteilen kräftige

Gewitter, die teilweise mit enormen Regenmengen und großem Hagel verbunden waren und besonders in Baden-Württemberg große Schäden anrichteten.

Insgesamt fiel der Mai wärmer aus als im langjährigen Mittel. Dies gilt besonders für den Norden, hier wichen die Temperaturen in vielen Regionen um bis zu 2 Grad vom üblichen Monatsmittel ab. Im Süden war es nicht ganz so warm, hier blieben die Werte vielerorts nur im Bereich der Mittelwerte. Vor allem zum Monatsende lagen der Norden und Nordosten immer wieder im Zustrom sehr warmer, subtropischer Luftmassen. 

Sehr unterschiedlich waren die Regenmengen. In der Nordhälfte herrschte lange Zeit zu trockenes Wetter, was sich sogar auf das Pflanzenwachstum auswirkte. Erst in den letzten Tagen des Monats brachten lokal kräftige Gewitter größere Regenmengen und glichen das Regendefizit stellenweise aus. Wesentlich nasser war der Mai im Süden. In den meisten Regionen wurde hier das langjährige Mittel deutlich übertroffen. Vor allem in Baden-Württemberg kamen am 29. Mai gebietsweise extreme Regenmengen durch kräftige Gewitter zusammen. Innerhalb von wenigen Stunden waren es in einigen Regionen mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. Damit fiel hier im gesamten Mai örtlich mehr als das Doppelte der durchschnittlichen Menge. Die Regensummenkarte für Maizeigt, dass im Süden gebietsweise mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter zusammengekommen waren – ein großer Teil davon fiel innerhalb weniger Stunden am 29. Mai – für Details einfach in die Bundesländer und die Kreise klicken.

Die Sonne schien vor allem in der Nordhälfte deutlich länger als im langjährigen Mittel, regional wurde sogar 25 Prozent mehr Sonnenschein registriert als sonst. Weniger sonnig war es von Rheinland-Pfalz und dem Saarland über Baden-Württemberg bis nach Bayern, hier wurden die Mittelwerte leicht unterschritten.

Der Mai startete mit Hochdruckwetterlagen. Ab dem 06. Mai stellten sich sommerliche Temperaturen ein und die erste Dekade fiel insgesamt warm und oft deutlich zu trocken aus. Ab dem 10./11. Mai bestimmten Tiefdruckgebiete das Wettergeschehen in Deutschland und genau zum Pfingstfest am 15./16. Mai strömte aus Nordwesten noch einmal Kaltluft aus polaren Breiten heran. Ein massiver Warmluftvorstoß brachte am 22. Mai vor allem in der Osthälfte gebietsweise den ersten heißen Tag des Jahresmit 30.0 Grad und mehr. Aus Jena wurde ein Höchstwert von 31,4 Grad gemeldet. Mit heftigen Gewittern und lokalen Unwettern wurde die Warmluft nach Osten abgedrängt. In den Medien wurden Meldungen über einen Tornado in Minden verbreitet, die Untersuchung vor Ort ergab aber, dass heftigr Gewitterfallböhhen die großen Schäden ausgelöst hatten. Nach kurzer Abkühlung gelangte kurz vor Monatsende wieder subtropische und sehr feuchte Warmluft ins Land, in der sich häufig heftige Gewitter bildeten. In einigen Regionen gab es schwere Unwetter mit Hagel und Überschwemmungen.Bis etwa 100 Lieter Regen pro Quadratmeter fielen innerhalb sehr kurzer Zeit und lösten regional eine Katastrophe aus. Dabei kamen in Baden-Württemberg beiSturzfluten mehrere Menschen ums Leben.

Heiß, trocken und sonnig - ein Sommer mit vielen Rekorden

Offenbach, 28. August 2015 – Dieser Sommer wird in Erinnerung bleiben. Er brachte in vielen Landesteilen sonniges Badewetter mit sengender Hitze, aber auch außergewöhnliche Trockenheit. An vielen Orten wurden dabei neue Rekorde verzeichnet. Im Norden und in Alpennähe war es dagegen zeitweise nur mäßig schön, mit reichlich Regen oder Gewitter, örtlich kam es sogar zu Überflutungen durch Dauerregen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Zeitweise extreme Hitze und verbreitet Rekordtemperaturen
Der Sommer 2015 erreichte eine Durchschnittstemperatur von 18,5 Grad Celsius (°C). Mit einer Abweichung von 2,2 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 geht er am Ende wahrscheinlich als drittwärmster Sommer in die meteorologischen Geschichtsbücher ein. Auch gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 war er um 1,4 Grad wärmer. Mal kühle, mal hochsommerliche Phasen wechselten sich im Juni ab. Danach nahm der Sommer richtig Fahrt auf. Weite Teile Deutschlands erlebten im ersten Julidrittel und in der ersten Augustwoche die heißesten Tage seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dabei stiegen die Tagesmaxima verbreitet auf schweißtreibende 35°C oder mehr. Kitzingen meldete am 5. Juli mit 40,3°C einen neuen nationalen Temperaturrekord und am 7. August die Einstellung dieses Rekords. Die niedrigste Sommertemperatur verzeichnete diesmal Deutschneudorf-Brüderwiese mit 0,2°C am Morgen des 17. Juni, also während der sog. „Schafskälte“.

Gebietsweise so trocken wie seit 50 Jahren nicht mehr
Im gesamten Sommer fielen diesmal im Deutschlandmittel etwa 207 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (l/m²) und damit nur 86 Prozent des Solls von 239 l/m². Das seit Februar vor allem in der Mitte und im Osten Deutschlands herrschende Niederschlagsdefizit konnte der Sommer nicht ausgleichen. In Südhessen, Nordbayern, Sachsen und Südbrandenburg nahm die Dürre teilweise noch zu. Die Böden waren dort so trocken wie seit über 50 Jahren nicht mehr. Die Folge waren vertrocknete Getreideflächen und Wiesen, herbstlich erscheinende Wälder und sogar Waldbrände. Gewittrige Starkregenfälle konnten da und dort die Situation ein wenig entschärfen, führten gelegentlich aber auch zu Überflutungen. In Demker, nördlich von Magdeburg, fielen am 4. Juli bei einem Gewitter 119,9 Liter/m². Nach Dauerregen in der dritten Augustwoche kam es über der nördlichen Mitte Deutschlands gebietsweise sogar zu Hochwasser. Der meiste Sommerniederschlag wurde mit über 400 l/m² direkt an den Alpen gemessen. Für die Jahreszeit ungewöhnlich war am 25. Juli Sturm „Zeljko“ mit Spitzenböen von über 90 km/h über Westdeutschland gezogen.

Deutlich überdurchschnittliche Sonnenscheinbilanz
Die Sonne zeigte sich im deutschlandweiten Schnitt rund 680 Stunden (604 Stunden). Am häufigsten war sie mit etwa 800 Stunden auf Rügen und entlang der mecklenburgischen Ostseeküste sowie in Niederbayern zu sehen. Unter 600 Stunden schien sie vor allem in einigen Lagen der deutschen Mittelgebirge.


Das Wetter in den Bundesländern im Sommer 2015
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: Mit einer Mitteltemperatur von 16,4°C (15,8°C) war Schleswig-Holstein das vergleichsweise kühlste Bundesland. Die Niederschlagsmenge erreichte rund 240 l/m² (222 l/m²) und die Sonnenscheindauer etwa 652 Stunden (645 Stunden). Die Durchschnittstemperatur betrug in der Hansestadt 17,5°C (16,5°C). Mit etwa 623 Sonnenstunden (618 Stunden) war Hamburg das zweitsonnenscheinärmste und mit rund 250 l/m² (218 l/m²) ein niederschlagsreiches Bundesland.

Niedersachsen und Bremen: Im Sommer 2015 war Niedersachsen mit 17,4°C (16,2°C) ein verhältnismäßig kühles und mit rund 255 l/m² (219 l/m²) Niederschlag das zweitnasseste Bundesland. Während die Sonne dort etwa 634 Stunden (583 Stunden) schien, erreichte Bremen als sonnenscheinärmste Region in Deutschland rund 615 Sonnenstunden (589 Stunden). Bei einer Mitteltemperatur von 17,5°C (16,4°C) fielen in der Hansestadt etwa 247 l/m² (219 l/m²) Niederschlag.

Mecklenburg-Vorpommern:Mecklenburg-Vorpommern war im Sommer 2015 mit einer Temperatur von 17,3°C (16,3°C) das zweitkühlste Bundesland. Die Niederschlagsmenge betrug 174 l/m² (187 l/m²). Die Sonne zeigte sich etwa 707 Stunden (676 Stunden). Auf Arkona schien sie sogar knapp 850 Stunden.

Brandenburg und Berlin: Für Brandenburg berechnete der DWD eine Temperatur von 19,1°C (17,3°C), eine Niederschlagsmenge von rund 175 l/m² (177 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von etwa 732 Stunden (662 Stunden). Damit war Brandenburg die zweitsonnigste Region Deutschlands. In der Bundeshauptstadt zeigte sich die Sonne mit rund 725 Stunden (664 Stunden) etwas weniger. Die Durchschnittstemperatur betrug dort bei einer Niederschlagsausbeute von etwa 150 l/m² (182 l/m²) laue 19,7°C (17,7°C). Berlin war damit die wärmste und zweittrockenste Gegend im Bundesgebiet.

Sachsen-Anhalt: Bei 18,8°C (16,9°C) fielen in Sachsen-Anhalt etwa 238 l/m² (174 l/m²). Die Sonnenscheindauer summierte sich auf rund 715 Stunden (610 Stunden). In Demker, nördlich von Magdeburg, fielen am 4. Juli bei einem Gewitter 119,9 l/m².

Sachsen: Hier berechnete der DWD eine Temperatur von 19,0°C (16,5°C) und ordnete den Sommer 2015 im Freistaat als einen der wärmsten seit Messbeginn ein. Der Niederschlag erreichte rund 225 l/m² (222 l/m²). Mit etwa 733 Sonnenstunden (609 Stunden) war es das sonnigste Bundesland. Deutschneudorf-Brüderwiese meldete am Morgen des 17. Juli mit 0,2°C die deutschlandweit tiefste Temperatur im Sommer 2015.

Thüringen: Mit 18,5°C (15,8°C) verzeichnete Thüringen den zweitwärmsten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn. Bei rund 215 l/m² (210 l/m²) Niederschlag schien die Sonne etwa 682 Stunden (592 Stunden).

Nordrhein-Westfalen: Bei 17,8°C (16,3°C) und etwa 263 l/m² (240 l/m²) schien die Sonne rund 640 Stunden (554 Stunden). NRW war damit im Vergleich das nasseste Bundesland im Sommer 2015. Ungewöhnlich für die Jahreszeit brachte Tief „Zeljko“ am 25. Juli schwere Sturmböen. In Münster/Osnabrück wurden 94 km/h gemessen. Im gesamten Bundesland wurden Veranstaltungen abgesagt oder verschoben.

Hessen:Hessen erlebte mit 18,6°C (16,2°C) den drittwärmsten Sommer seit Messbeginn. An insgesamt 80 Prozent aller hessischen Stationen brachte dieser Sommer neue Tagesmaxima. In Frankfurt-Westend stieg das Quecksilber am 5. August auf 39,6°C, die höchste Temperatur, die jemals in Hessen gemessen wurde. Der Niederschlag summierte sich bei einer Sonnenscheindauer von rund 675 Stunden (586 Stunden) auf etwa 188 l/m² (222 l/m²). Am 16. August führte unwetterartiger Dauerregen an der Station Gilserberg-Moischeid zu einer Tagessumme von 107,3 l/m².

Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz betrug die Mitteltemperatur 18,7°C (16,3°C). Die Sonne zeigte sich rund 695 Stunden (595 Stunden). Mit etwa 178 l/m² (218 l/m²) blieb es verbreitet recht trocken. In Bad Bergzabern gingen in den Sommermonaten gerade mal etwa 91 l/m² nieder. Das entspricht lediglich 45 Prozent des Solls an der Station.

Saarland:Das Saarland meldete mit 19,2°C (16,7°C) einen sehr warmen Sommer, in dem nur rund 145 l/m² (226 l/m²) Niederschlag fielen. In der im Sommer 2015 trockensten Region Deutschlands schien die Sonne etwa 678 Stunden (631 Stunden).

Baden-Württemberg: Der Sommer 2015 war in Baden-Württemberg nach 2003 der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das Gebietsmittel der Temperatur ergab 19,2°C (16,2°C). Am 7. August stellte fast die Hälfte aller baden-württembergischen Stationen bei Höchstwerten zwischen 35°C und knapp 40°C neue Hitzerekorde auf. In Bad Mergentheim-Neunkirchen stoppte das Quecksilber erst bei 40,2°C. Die Niederschlagsmenge erreichte rund 185 l/m² (292 l/m²) und die Sonnenscheindauer etwa 713 Stunden (636 Stunden).

Bayern: Das flächenmäßig größte deutsche Land kam auch temperaturtechnisch groß heraus, denn Kitzingen meldete am 5. Juli mit 40,3°C einen neuen nationalen Hitzerekord, den die Station am 7. August mit dem selben Wert gleich wieder egalisierte. Insgesamt erlebte Bayern mit 19,0°C (15,9°C) den zweitwärmsten und mit einer Niederschlagsmenge von nur etwa 196 l/m² (314 l/m²) einen der trockensten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn. Der meiste Sommerniederschlag fiel direkt an den Alpen. Garmisch-Partenkirchen erreichte mit rund 440 l/m² die größte Menge. Die Sonnenscheindauer bezifferte sich im Freistaat auf etwa 727 Stunden (623 Stunden).

Alle in dieser Pressemitteilung genannten Jahreszeitenwerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage der Jahreszeit verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.

 Hitzewellen erhöhen das Sterblichkeitsrisiko von Herzkranken um bis zu 15 Prozent. Das ergab eine Studie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für das Umweltbundesamt (UBA). Eine Auswertung zum Sommer 2015 liegt dabei noch nicht vor. „In Zukunft erwarten wir bei fortschreitendem Klimawandel noch mehr, längere und intensivere Hitzewellen in Deutschland. Falls es uns nicht gelingt uns anzupassen, könnte dies bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Vervielfachung der hitzebedingten Sterblichkeit aufgrund koronarer Herzkrankheiten um den Faktor 3 bis 5 führen“, so Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes.

Längere und intensivere Hitzeperioden belasten das Herz-Kreislaufsystem stark. Hitzewellen, die länger und heißer waren als der Durchschnitt, waren laut Studie mit höheren Todesfallzahlen verknüpft. Besonders betroffen sind ältere Menschen oder Personen, die an bestimmten chronischen Krankheiten leiden. „Tage mit raschen Temperaturänderungen gegenüber dem Vortag oder starken Temperaturschwankungen am gleichen Tag, werden mit einer erhöhten gesundheitlichen Belastung in Verbindung gebracht. Solche Tage werden in einem zukünftigen Klima häufiger auftreten. Daher ist es wichtig, dass wir uns auf den Klimawandel einstellen, um dessen gesundheitlichen Folgen so gering wie möglich zu halten“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. UBA und DWD rechnen damit, dass die Belastungen für die Gesundheit vermutlich in den heute bereits sehr warmen Gebieten im Süden und Westen Deutschlands am deutlichsten ansteigen werden.

Bereits heute gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich auf Hitzewellen besser einzustellen: Über das Hitzewarnsystem des DWD (Internet und Wetter-App) kann sich die Bevölkerung frühzeitig auf längere Perioden mit heißen Tagen einstellen. Wichtig wäre, sich nicht nur an extrem heiße Tage anzupassen, sondern auch an die zunehmende Variabilität des Wetters. Hier kann jede und jeder Einzelne etwas tun, um die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels besser zu verkraften: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, wenig Alkohol und der Verzicht auf das Rauchen können helfen, das eigene Risiko zu senken und besser mit dem zunehmend belastenden Wettergeschehen klar zu kommen. Daneben sind aber auch rein vorsorgliche Maßnahmen sinnvoll, beispielsweise die Reduzierung von Wärmeinseln in den Städten oder die bessere Vorbereitung im Gesundheitswesen.

Die neue Studie ist Teil der umfangreichen Analysen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch, Umwelt und andere Handlungsfelder, die die Bundesregierung im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) an die Folgen des Klimawandels und des dazu gehörenden Aktionsplans auf den Weg gebracht hat. Anhand einer Literaturstudie, einer repräsentativen Umfrage und eigens für diese Studie durchgeführter Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass bestimmte Wettersituationen mit einer Zunahme von gesundheitlichen Beschwerden bis hin zu einer Erhöhung der Sterbefälle einhergehen - ein Großteil dieser Wettersituationen wird in Zukunft vermutlich häufiger vorkommen.

Deutschlandwetter im Winter 2015/16

Offenbach, 29. Februar 2016 – Milde und meist feuchte vom Atlantik nach Mitteleuropa herangeführte Luftmassen kennzeichneten den Winter 2015/16. Lediglich im Januar konnte sich für kurze Zeit skandinavische Kaltluft mit Schnee durchsetzen. Der
Dezember und der Februar verliefen dagegen erheblich zu mild. Der Dezember war sogar der wärmste seit mindestens 1881. Damit erlebten wir bei einer insgesamt leicht positiven Niederschlagsbilanz und einem deutlichen Überschuss an Sonnenschein einen der wärmsten Winter seit dem Beginn regelmäßiger Temperaturaufzeichnungen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Einer der mildesten Winter seit Aufzeichnungsbeginn 1881
Im Winter 2015/16 lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland mit 3,6 Grad Celsius (°C) um 3,4 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zum Zeitraum 1981 bis 2010 war die Abweichung mit 2,7 Grad nur unwesentlich geringer. Der Winter gehört damit aktuell neben 2006/07,1989/90 und 1974/75 zu den vier wärmsten Winterquartalen der letzten 135 Jahre. Hauptanteil daran hatte der Dezember. Er war mit großem Abstand der wärmste seit dem Beginn regelmäßiger Messungen. Die höchsten Einzelwerte traten jedoch im Februar auf. Bei strahlendem Sonnenschein zeigte das Thermometer am 22. in Oberbayern verbreitet mehr als 17 °C. Wärmster Ort war dabei Piding, bei Bad Reichenhall, mit 20,0 °C. Lediglich der Januar brachte dem Norden und Osten zwei einwöchige Frostperioden sowie dem Süden und Westen ein paar Tage mit Kälte. Am tiefsten sank das Quecksilber am 18. Januar in Oberstdorf mit -23,5 °C.

Anfangs sehr wenig, später sehr viel Niederschlag
Mit rund 195 l/m² überstieg die Niederschlagsmenge den Klimawert von 181 l/m² rechnerisch nur um sieben Prozent. Während der Dezember mit lediglich 37 l/m² bzw. 53 Prozent seines Solls einen letzten Höhepunkt des Trockenjahres 2015 darstellte, lagen der Januar mit 78 l/m² bzw. 129 Prozent und der Februar mit 80 l/m² bzw. 158 Prozent jeweils deutlich über dem Soll. Die größte Tagesmenge meldete Ruhpolding-Seehaus in den Chiemgauer Alpen am 31. Januar im Bereich einer von Westen heranziehenden Warmfront des Tiefs „Norkys“ mit 87 l/m². Der insgesamt meiste Niederschlag des Winters fiel im West- und Südstau des Schwarzwaldes mit rekordverdächtigen Mengen von tlw. mehr als 700 l/m². Im Lee des Harzes kamen dagegen vereinzelt weniger als 70 l/m² zusammen. Abschnitte mit Schnee im Flachland fehlten im Dezember völlig. Erst im Januar, etwa vom 2. bis zum 8. im Nordosten sowie vom 17. bis zum 22., wurde in vielen Gebieten Deutschlands eine Schneedecke beobachtet. Im Februar waren die tlw. geringen Schneemengen meist nach kurzer Zeit wieder verschwunden.

Viel Sonnenschein vor allem im Süden Deutschlands
Die Sonnenscheindauer überstieg das Soll von 154 Stunden mit rund 175 Stunden um etwa 13 Prozent. Vom Allgäu bis in den Chiemgau zeigte sich die Sonne häufig mit örtlich mehr als 280 Stunden. Sonnenscheinarme Gebiete fanden sich in der Rhön, im Thüringer Wald sowie im Osten Schleswig-Holsteins mit teilweise nur 100 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im Winter 2015/16
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: In Schleswig-Holstein betrug die Temperatur durchschnittlich 3,9 °C (0,9 °C). Mit etwa 235 l/m² erreichte es 130 Prozent des Niederschlagssolls (180 l/m²) und mit zirka 145 Stunden (138 Stunden) gehörte es zu den sonnenscheinarmen Bundesländern. Hamburg meldete 4,2 °C (1,2 °C) und fast 220 l/m² (174 l/m²). Mit rund 120 Stunden (134 Stunden) war es das Bundesland mit dem wenigsten Sonnenschein. Die nahe an der Nordsee gelegene Station Elpersbüttel meldete in der Nacht zum 21. Januar frostige -15,4 °C.

Niedersachsen und Bremen: Im Winter 2015/16 zählte Niedersachsen mit 4,4 °C (1,2 °C) ebenso wie Bremen mit 4,5 °C (1,5 °C) zu den wärmeren Bundesländern. In Niedersachsen fielen etwa 185 l/m² (177 l/m²) und in Bremen 200 l/m² (165 l/m²). Der Sonnenschein lag in Niedersachsen bei rund 160 Stunden (135 Stunden) und in Bremen bei 170 (140 Stunden). Am 6. Januar lagen in Celle-Wietzenbruch 22 cm Schnee.

Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern ordnete sich im Winter 2015/16 mit 3,2 °C (0,2 °C) bei den vergleichsweise kälteren Bundesländern ein. Die Niederschlagsmenge summierte sich auf knapp 150 l/m² (130 l/m²) und die Sonnenscheindauer auf zirka 165 Stunden (144 Stunden). In Trollenhagen, nördlich von Neu-brandenburg, stieg die Temperatur am 5. Januar nicht höher als -10,3 °C.

Brandenburg und Berlin: Brandenburg kam auf eine Durchschnittstemperatur von 3,5 °C (0,1 °C). Mit etwa 120 l/m² (123 l/m²) war es im Winter 2015/15 das zweittrockenste und mit nahezu 190 Stunden (150 Stunden) ein recht sonnenscheinreiches Bundesland. Berlin verzeichnete im Mittel 3,8 °C (0,4 °C), zeigte sich mit als trockenes Bundesland mit rund 120 l/m² (131 l/m²) und meldete 175 Sonnenstunden (147 Stunden).

Sachsen-Anhalt: Hier notierten die DWD-Experten durchschnittlich 3,9 °C (0,4 °C). Sachsen-Anhalt war im Winter 2015/16 mit etwa 115 l/m² (119 l/m²) das niederschlagsärmste Bundesland. Die Sonne schien rund 175 Stunden (145 Stunden). Die trockensten Gebiete lagen diesmal im Lee des Harzes sowie in der Magdeburger Börde, wo örtlich weniger als 70 l/m² zusammen kamen.

Sachsen: Sachsen war im Winter 2015/16 mit 3,2 °C (-0,4 °C) ein vergleichsweise kälteres und mit zirka 140 l/m² (152 l/m²) ein eher trockenes Bundesland. Die Sonne zeigte sich knapp 180 Stunden (161 Stunden). In Dippoldiswalde-Reinberg sank das Quecksilber in der Nacht zum 22. Januar auf frostige -20,4 °C.

Thüringen: Im Winter war Thüringen mit 3,2 °C (-0,6 °C) im Vergleich zu anderen Bundesländern eine kältere Region. Außerdem verbuchten die DWD-Mitarbeiter knapp 170 l/m² (159 l/m²) Niederschlag und etwa 150 Stunden (148 Stunden) Sonnenschein.

Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen präsentierte sich im Winter 2015/16 mit 5,0 °C (1,7 °C) als das wärmste und mit gut 235 l/m² (223 l/m²) als ein eher nasses Bundesland. Darüber hinaus gehörte es mit annähernd 190 Stunden (151 Stunden) zu den sonnenscheinreichen Regionen. In Duisburg-Baerl wurden im Winter 2015/16 nur 16 Frosttage gezählt. Der Dezember blieb in zahlreichen Orten, wie Köln, Düsseldorf und Münster praktisch frostfrei.

Hessen: In Hessen betrug die Durchschnittstemperatur 3,8 °C (0,3 °C) und die Niederschlagsmenge rund 200 l/m² (193 l/m²). Obwohl der Sonnenschein mit 136 Stunden das Soll der Referenzperiode (136 Stunden) gut erreichte, war es im Vergleich das zweitsonnenärmste Bundesland.

Rheinland-Pfalz: Im Winter 2015/16 zählte Rheinland-Pfalz mit durchschnittlich 4,3 °C (0,9 °C) zu den wärmeren Regionen Deutschlands. Die Meteorologen registrierten eine Niederschlagsmenge von gut 225 l/m² (200 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von zirka 165 Stunden (152 Stunden).

Saarland: Das Saarland gehörte im Winter 2015/16 mit 4,3 °C (1,2 °C) zu den wärmeren Bundesländern. Mit gut 315 l/m² übertraf es sein Soll (255 l/m²) um 24 Prozent und war so das mit Abstand niederschlagsreichste Bundesland. Der Sonnenschein traf mit rund 155 Stunden recht genau sein Soll (155 Stunden).

Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg lag die mittlere Temperatur bei 3,5 °C (0,0 °C). Leutkirch-Herlazhofen im Allgäu meldete am 18. Januar ein Minimum von frostigen -20,7 °C. Mit etwa 255 l/m² (224 l/m²) war Baden-Württemberg das zweitnie-derschlagreichste Bundesland. Die Gebiete im West- und Südstau des Schwarzwaldes erhielten deutschlandweit die größten Niederschlagsmengen. Dort fielen im gesamten Winter örtlich mehr als 700 l/m², beispielsweise in St. Blasien-Menzenschwand. Im 916 Meter hoch gelegenen Baiersbronn-Ruhestein lagen am 19. Januar immerhin 100 cm Schnee. Beim Sonnenschein ließ Baden-Württemberg mit etwa 210 Stunden (169 Stunden) alle anderen Bundesländer hinter sich.

Bayern: Bayern war im Winter 2015/16 mit 2,7 °C (-1,0 °C) das kälteste und mit fast 190 Stunden (171 Stunden) ein sonniges Bundesland. Die Niederschlagsmenge betrug rund 215 l/m² (200 l/m²). In Oberstdorf wurde am 18. Januar die bundesweit tiefste Temperatur mit -23,5 °C gemessen. Am 22. Februar kletterte das Quecksilber in Piding, nordöstlich von Bad Reichenhall, dagegen auf 20,0 °C. Die größte 24-stündige Niederschlagsmenge meldete am 31. Januar Ruhpolding-Seehaus in den Chiemgauer Alpen mit 87,0 l/m². An Weihnachten war die Zugspitze die einzige deutsche Wetterstation mit Schneedecke.

 

2016, März: Der Winter 2015/2016 war einer der mildesten seit Aufzeichnungsbeginn.

Datum 01.03.2016

Milde und meist feuchte vom Atlantik herangeführte Luftmassen kennzeichneten den Winter 2015/16. Lediglich im Januar konnte sich für kurze Zeit skandinavische Kaltluft mit Schnee durchsetzen. Der Dezember und der Februar verliefen dagegen erheblich zu mild. Der Dezember war sogar der wärmste seit mindestens 1881. Damit erlebten wir bei einer insgesamt leicht positiven Niederschlagsbilanz und einem deutlichen Überschuss an Sonnenschein einen der wärmsten Winter seit dem Beginn regelmäßiger Temperaturaufzeichnungen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

2015/16: ein ungewöhnlich milder Winter

 

Einer der mildesten Winter seit Aufzeichnungsbeginn 1881

 

Im Winter 2015/16 lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland mit 3,6 Grad Celsius (°C) um 3,4 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zum Zeitraum 1981 bis 2010 war die Abweichung mit 2,7 Grad nur unwesentlich geringer. Der Winter gehört damit aktuell neben 2006/07,1989/90 und 1974/75 zu den vier wärmsten Winterquartalen der letzten 135 Jahre. Hauptanteil daran hatte der Dezember. Er war mit großem Abstand der wärmste seit dem Beginn regelmäßiger Messungen. Die höchsten Einzelwerte traten jedoch im Februar auf. Bei strahlendem Sonnenschein zeigte das Thermometer am 22. in Oberbayern verbreitet mehr als 17 °C. Lediglich der Januar brachte dem Norden und Osten zwei einwöchige Frostperioden sowie dem Süden und Westen ein paar Tage mit Kälte.

Anfangs sehr wenig, später sehr viel Niederschlag

Mit rund 195 l/m² überstieg die Niederschlagsmenge den Klimawert von 181 l/m² rechnerisch nur um sieben Prozent. Während der Dezember mit lediglich 37 l/m² bzw. 53 Prozent seines Solls einen letzten Höhepunkt des Trockenjahres 2015 darstellte, lagen der Januar mit 78 l/m² bzw. 129 Prozent und der Februar mit 80 l/m² bzw. 158 Prozent jeweils deutlich über dem Soll. Der insgesamt meiste Niederschlag des Winters fiel im West- und Südstau des Schwarzwaldes mit rekordverdächtigen Mengen von tlw. mehr als 700 l/m². Im Lee des Harzes kamen dagegen vereinzelt weniger als 70 l/m² zusammen. Abschnitte mit Schnee im Flachland fehlten im Dezember völlig. Erst im Januar, etwa vom 2. bis zum 8. im Nordosten sowie vom 17. bis zum 22., wurde in vielen Gebieten Deutschlands eine Schneedecke beobachtet. Im Februar waren die teilweise geringen Schneemengen meist nach kurzer Zeit wieder verschwunden.

Deutschlandwetter im Dezember 2015

Wärmster Dezember seit 1881 folgt auf Rekord-November Offenbach, 30. Dezember 2015 – „Nach dem wärmsten November seit 1881 hat auchder Dezember 2015 seinen bisherigen Temperaturrekord gebrochen. Ein Plus von 5,6Grad Celsius verglichen mit dem vieljährigen Monatsmittel ist ein bemerkenswerterSchlusspunkt eines weltweit wie auch in Deutschland klimatologisch außergewöhnli-chen Jahres,“ betont Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes(DWD). Der Dezember 2015 war nicht nur deutschlandweit, sondern auch in allenBundesländern der wärmste seit Beginn flächendeckender Messungen in Deutschland.In den vergangenen vier Wochen ergossen sich fortwährend sehr kalte Luftmassenaus dem nordkanadischen Raum auf den Nordatlantik. Sie sorgten dort unaufhörlichfür Tiefdruckgebiete, die auf einer südlichen Bahn nach Osten zogen und Warmluftheranschaufelten, die immer wieder große Teile Europas überflutete. Dies führte zudem extrem warmen, sehr sonnigen und viel zu trockenen Dezember in Deutschland.Das meldet der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000Messstationen.Mit großem Abstand wärmster DezemberDer Dezember 2015 fiel mit 6,4 Grad Celsius (°C) um 5,6 Grad wärmer aus als dasMittel von 0,8 °C der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Ver-gleich zur Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +5,2 Grad. Damit übertraf derMonat die bisherigen Rekordhalter der Jahre 1974 und 1934 mit jeweils 4,8 °C deut-lich. In Geilenkirchen bei Aachen zeigte das Thermometer an 27 Tagen über 10 °C,Freiburg meldete neun Tage mit 15 °C und mehr. Am höchsten stieg das Quecksilberam 17. in Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, mit 18,0 °C. ZahlreicheOrte wie Köln, Aachen, Düsseldorf, Münster, Bremerhaven, Kiel und Schleswig bliebenim Dezember 2015 völlig frostfrei. Nirgends sank die Temperatur in diesem Monat un-ter -10 °C. Den tiefsten Wert registrierte der DWD in Reit im Winkl am 13. mit -8,6 °C.Meist erheblich zu trocken; an Weihnachten nur noch auf der Zugspitze SchneeMit rund 37 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Dezember 2015 nur 53 Pro-zent seines Solls von 70 l/m². Sehr trocken blieb der Monat vor allem am Nordrand derMittelgebirge. So fielen im Lee des Harzes zum Teil nur 4 l/m². An der Grenze zu Dä-nemark wurden dagegen bis zu 150 l/m² gemessen. Die Schneereste aus dem No-vember tauten im Dezember selbst auf den Bergen fast überall ab. So lagen an Weih-nachten nur noch auf der Zugspitze 90 cm - das Fest fiel in Deutschland grün aus.Zweitsonnigster Dezember seit 1951Mit rund 66 Sonnenstunden kam der Dezember 2015 auf 170 Prozent seines Solls von38 Stunden. Damit war er nach 1972 der zweitsonnigste seit Beginn der Messungen1951. Den meisten Sonnenschein erhielt der Süden mit örtlich mehr als 400 Prozentdes Klimawertes; im Norden und der Mitte wurde das Soll nur lokal nicht erreicht.
 

Das Jahr 2014 war mit einer Durchschnittstemperatur von 10,3 °C erheblich wärmer als das bisher wärmste Jahr 2000 und somit das wärmste Jahr seit Beginn regelmäßiger Temperaturmessungen 1881.

Im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 lag die Durchschnittstemperatur für Deutschland in diesem Jahr mit 10,3°C um 2,1 Grad höher. Vom August abgesehen, lagen alle Monatsmittel des Jahres über dem Soll, teilweise deutlich. Auch gegenüber der Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung noch +1,4 Grad. Damit erreichte das Jahr 2014 einen neuen Wärmerekord - der alte Spitzenwert aus dem Jahr 2000 hatte bei 9,9°C gelegen. Auch in allen Bundesländern und an fast allen Messstellen purzelten die Rekorde.

Im Januar und Februar 2014 blieb, außer einer kurzen Frostperiode im Norden und Osten Deutschlands richtiges Winterwetter praktisch völlig aus. Auch im März und April setzte sich die seit Dezember 2013 anhaltende Serie extrem milder, sonnenscheinreicher und trockener Monate fort. Der Juni brachte das heißeste Pfingstfest aller Zeiten sowie erneut Trockenheit und viel Sonne. Bei anfangs deutlich zu hohen, später eher kühlen Temperaturen entluden sich im Juli und August häufig kräftige Gewitter, die oft nur sehr langsam zogen und dann zu markanten Regenmengen führten. Der Herbst verlief meist ruhig mit viel Nebel und nur wenig Sturm.

Daneben war das Jahr 2014 im Mittel geringfügig zu trocken, die Zahl der Sonnenscheinstunden lag etwas über dem Referenzwert. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Lesen Sie mehr zu der Witterung in den Bundesländern in der Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes

Einen Überblick über die Jahresmitteltemperatur und deren regionale Unterschiede - auch im Vergleich mit Normalwerten und mit zukünftig zu erwartenden Temperaturen - ermöglicht der Deutsche Klimaatlas des DWD. Er zeigt auch den detaillierten Ablauf der Jahresmitteltemperaturen seit 1881 sowie die detaillierten Jahresmitteltemperaturen bis zum Jahr 2100 von bis zu 21 verschiedenen Regionalen Klimamodellen.

wählen Sie "Kalenderjahr" in der Auswahlbox "Monat / Jahreszeit" im Deutschen Klimaatlas des DWD

 

Deutschland - Klimareihen (Boxplots)


 

 
 
MonatMittlere tägliche Minimumtemperatur (°C)Mittlere tägliche Maximumtemperatur (°C)Mittlerer Gesamtniederschlag
(mm)
Mittlere Anzahl der Tage mit Niederschlag
Jan -1.1 3 46.8 10
Feb -0.8 3.6 29.7 7.9
März 1.3 6.8 42.3 9.2
Apr 4.1 10.6 35.8 7.8
Mai 8.3 16 47.9 7.8
Jun 11.9 18.7 65.8 9.8
Jul 14.1 21 64.5 8.8
Aug 14.2 21.3 57.3 8.5
Sep 11.1 17.4 56.3 9.6
Okt 7.3 12.7 44.2 9.4
Nov 3.2 7.4 46.4 10.5
Dez 0.6 4.5 50.5 10.3

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Deutscher Wetterdienst zum neuen Bericht des Weltklimarats (IPCC)
Auch Deutschland benötigt Empfehlungen zur Anpassung an den Klimawandel

Offenbach, 31. März 2014 - Der Klimawandel findet ungebremst statt. Die bisherigen Bemühungen zum Klimaschutz werden allein nicht ausreichen, um die auch für Deutschland zu befürchtenden Folgen zu verhindern. Hinzukommen müssen weltweit und hierzulande Anpassungsmaßnahmen an die Klimaveränderung. So fasst der Deutsche Wetterdienst (DWD) die im Herbst 2013 veröffentlichten Erkenntnisse der Arbeitsgruppe 1 des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), des sogenannten Weltklimarats, zusammen. Themen der Arbeitsgruppe 1 waren die wissenschaftlichen Grundlagen und Fakten des Klimawandels.

Ein halbes Jahr später hat heute die Arbeitsgruppe 2 des IPCC, die sich mit den Details der Anpassungen an den Klimawandel beschäftigte, ihren Bericht im japanischen Yokohama vorgestellt. Wieder waren Wissenschaftler des DWD als Gutachter beteiligt und berieten die Deutsche Delegation bei der Verabschiedung der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger. Zentrale Fragen der Arbeitsgruppe 2 waren: Wie groß sind die Folgen des Klimawandels auf globaler und regionaler Ebene tatsächlich? Welche Anforderungen stellen die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel an die Öffentlichkeit und die Entscheidungsträger? In welchen Sektoren - wie zum Beispiel Gesundheit, Landwirtschaft, Infrastrukturen und Wasserwirtschaft – sind Gesellschaften weltweit am stärksten verbundbar? Die Expertinnen und Experten des IPCC haben in Yokohama auf diese Fragen aus globaler Perspektive Antworten gegeben.

Für Deutschland kommt der DWD zu einer eindeutigen Bewertung: „Die Anpassung an den Klimawandel ist ein Thema, dessen nationale Bedeutung weiter wachsen wird und muss"‘ betont Dr. Paul Becker, Vizepräsident des DWD. Der DWD biete deshalb schon heute umfassende Klimainformationen und -beratungen für die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger von der kommunalen bis zur nationalen Ebene an. Weitere Aufgaben des nationalen Wetterdienstes seien die Koordinierung der nationalen Umsetzung des Globalen Rahmenprogramms für Klimadienste (GFCS) der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sowie der Betrieb des Deutschen Klimaportals, der nationalen Schnittstelle zwischen Nutzern und Anbietern von Klimainformationen. (www.deutschesklimaportal.de)

Folgen des Klimawandels sind bereits global und in Deutschland sichtbar

"Der heute vorgestellte Bericht des Weltklimarats zeigt, dass die bereits stattgefundene Erwärmung schon zu einer Zunahme der hitzebedingten Sterblichkeit geführt hat", sagt Dr. Christina Koppe, die den DWD in der Deutschen Delegation in Yokohama vertreten hat. Um die Folgen von Hitzewellen für die Gesundheit gering zu halten, betreibt der DWD deshalb schon seit mehreren Jahren ein bundesweites Hitzewarnsystem . Die globale Erwärmung wirke sich aber auch auf den Niederschlag und somit auch die Wassermenge in den Oberflächengewässern aus. Für den Anpassungssektor Wasserwirtschaft hat der DWD daher gemeinsam mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) im Projekt KLIWAS (www.kliwas.de) die Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt betrachtet. Unter dem Strich wurde empfohlen, der langfristig projizierten größeren Anzahl von Niedrigwassern auf den schiffbaren Binnengewässern durch Verwendung kleinerer Schiffe mit geringerem Tiefgang zu begegnen. Das entspricht einer Umkehr der derzeitigen Praxis immer größere Schiffe einzusetzen.

Besonders Städte sind vom Klimawandel betroffen. Daher haben das nordrhein-westfälische Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und der DWD im Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln" Handlungsempfehlungen zur Anpassung der Kölner Stadtentwässerung an das künftige Extremverhaltens des Niederschlages entwickelt. Zugleich erweitert der DWD die Beratungskapazität seiner regionalen Klimabüros für Städte und Kommunen um das Themenfeld Anpassung an den Klimawandel. Der IPCC-Bericht zeigt auch, dass die Erträge für Getreide und Mais weltweit als Folge des Klimawandels zurückgegangen sind und sich diese Entwicklung in vielen Regionen vermutlich fortsetzen wird. Das hat den DWD veranlasst, für seine Kunden die agrarmeteorologische Beratung um Handlungsempfehlungen zur Anpassung an den Klimawandel zu erweitern. (www.dwd.de/agrarwetter)

Effiziente Anpassung erfordert bessere Kooperation, keine neuen Institutionen

Diese Beispiele zeigten, so Paul Becker, dass Klimaschutz zwingend durch eine nachhaltige und effiziente Anpassung an den Klimawandel ergänzt werden müsse. „Dies erfordert aber nicht die kostenintensive Gründung neuer Institutionen mit der negativen Konsequenz einer weiteren Diversifizierung der Kapazitäten. Es kommt darauf an, die bestehenden Ressourcen und Behörden gezielt zu vernetzen." Ein Beispiel einer erfolgreichen Kooperation sei die Behördenallianz ‚Anpassung an den Klimawandel‘. Gemeinsam bereiten sich das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), das Technische Hilfswerk (THW), das Umweltbundesamt (UBA) und der DWD auf künftige Veränderungen bei Wetterextremen vor. Sie analysieren das aktuelle und künftige Extremverhalten von Niederschlag, Temperatur und Wind und entwickeln zugleich Handlungsoptionen zur Anpassung an die sich damit ändernden Risiken für Deutschland.

Hinweis an die Redaktion
Die folgenden Abbildungen finden Sie in druckfähiger Auflösung als Anhang zu dieser Pressemitteilung unter www.dwd.de/presse, weiterführende Informationen zum Klimawandel mit aktuellen Zahlen zu Wetterextremen und Ihren Trends unter www.dwd.de/klimawandel .


Abbildungen zur Pressemitteilung Die Abbildungen zeigen die Entwicklung der beiden wichtigsten Klimaparameter Temperatur und Niederschlag in Deutschland seit 1881. Neben den Änderungen der mittleren Verhältnisse sind auch die Trends einiger auf diesen beiden Größen basierender Kenntage dargestellt. Bei den Kenntagen handelt es sich um Über- oder Unterschreitungen bestimmter klimatologischer Schwellenwerte wie zum Beispiel die so genannten Heißen Tage mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 30Grad Celsius. Bei den hier gewählten Schwellen handelt es sich um relativ seltene Ereignisse, die für das Monitoring meteorologischer Extremereignisse geeignet sind. Ihre Änderungen sind neben den Änderungen der mittleren Klimaverhältnisse von großer Bedeutung, da in Folge der Erderwärmung auch mit einer allgemeinen Zunahme von Extremereignissen wie Starkniederschlägen gerechnet wird. Solche extremen Ereignisse haben oft einen sehr hohen Einfluss auf unsere Gesellschaft, da sie zum Beispiel hohe Sachschäden anrichten können.


Winter 2013/2014 in Deutschlan

 
Halbzeitbilanz: Ungewöhnlich mild

Offenbach, 17. Januar 2014 - Während große Teile des nordamerikanischen Kontinents in den vergangenen Wochen von einer markanten Kältewelle betroffen waren, verläuft der Winter 2013/2014 in Deutschland bislang ungewöhnlich mild. Ursache dafür war eine ausgesprochen rege Tiefdrucktätigkeit über dem nordatlantischen Ozean, wobei mit südwestlicher Strömung immer wieder milde Luftmassen teilweise bis zum Ural herangeführt wurden. Das bisherige Wintermittel der ersten sechs Wochen liegt deutschlandweit bei 3,9 Grad Celsius (°C), gegenüber dem vieljährigen Durchschnittswert von 0,2°C.

Beide Phänomene, auf dem nordamerikanischen und dem europäischen Kontinent, hängen, trotz ihrer räumlichen Entfernung miteinander zusammen. Sie sind über die jeweilige Lage des nordhemisphärischen Strahlstroms, einem breiten Starkwindband in der Höhe, gekoppelt. „Dieses Starkwindband bildet üblicherweise die Grenze zwischen polarer Kaltluft und subtropischer Warmluft“, betont DWD-Klimaexperte Dr. Thomas Deutschländer.

Anhaltend milde Witterung brachte bislang kaum neue Rekorde

Trotz einer ganzen Reihe neuer Tagesrekorde sowohl auf dem nordamerikanischen Kontinent als auch hierzulande bewegen sich die bislang in diesem Winter verzeichneten Temperaturen vollständig im Bereich bereits beobachteter Werte. In den USA wurden bislang weder absolute noch monatliche Rekordwerte erreicht.

Bliebe es in Deutschland weiter so mild, wäre der Januar 2014 am Ende etwa der drittwärmste Januarmonat seit 1881. Allerdings ist nach momentanem Stand davon auszugehen, dass sich die Temperaturen in der zweiten Monatshälfte den jahreszeitlichen Normalwerten zunehmend wieder annähern werden. Ein neuer Rekord ist also nicht in Sicht. Der bislang mildeste Winter war der Winter 2006/2007 mit einem Wert von 4,4°C. Danach folgen die Winter 1989/1990 sowie 1974/1975 mit jeweils 3,6°C. Auch in dieser Hinsicht fällt dieser Winter also durchaus noch in den Bereich der hierzulande üblichen Schwankungsbreite des Wetters.

Viele Gebiete weltweit wärmer als sonst

Einen eindeutigen Beweis für die Existenz des vom Menschen verursachten Klimawandels liefert der Winter 2013/2014 in Deutschland ebenso wenig wie irgendein anderes Einzelereignis. Analog stellt auch der kalte Winter in Nordamerika keinesfalls einen Gegenbeweis dar. Änderungen des Klimas der Erde sind immer langfristig und für die gesamte Erde zu beurteilen.

So zeigt die beigefügte Abbildung die globale Verteilung der Temperaturabweichung vom internationalen klimatologischen Referenzzeitraum 1961-1990 in Grad Celsius für den Zeitraum vom 1. Dezember 2013 bis zum 13. Januar 2014.

Neben dem ausgeprägten Kältezentrum über dem nordamerikanischen Kontinent sowie – abgeschwächt – über Teilen des westlichen Nordatlantiks finden sich weltweit nur wenige Regionen mit markanten Abweichungen zur kalten Seite. Demgegenüber war es bislang nicht nur in weiten Teilen Europas, sondern auch im westlichen Sibirien, im östlichen Pazifik sowie fast im gesamten Polargebiet erheblich zu warm. Die höchsten Abweichungen traten dabei im Bereich des arktischen Ozeans nördlich der Barentssee auf. Dort war es bis zu 13°C wärmer als im vieljährigen Mittel des Referenzzeitraums. Insgesamt lag die Abweichung zur warmen Seite für die Nordhemisphäre bei rund 0,6°C, global war es etwa 0,4°C wärmer als im Referenzzeitraum.

Kältere Winter in Europa trotz Klimawandel?

Der Trend zur langfristigen globalen Erwärmung ist also nach wie vor ungebrochen. Von besonderem Interesse ist sicher auch die Frage, ob es in Folge des Klimawandels zukünftig häufiger zu solch beständigen Wetterlagen und damit nicht nur zu einer deutlichen Zunahme besonders warmer Witterungsabschnitte, sondern möglicherweise auch zu mehr Kälteextremen über den Landmassen der Nordhalbkugel kommen könnte als in der Vergangenheit. Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es durch die überdurchschnittlich starke Erwärmung der Arktis zu einer Abschwächung der Westwindzirkulation und damit zu einer Verstärkung der Nord-Süd-Ausdehnung des Strahlstroms kommen könnte. Hierdurch würden neben lang anhaltenden Hitzewellen auch Kältewellen wie aktuell über Nordamerika begünstigt. Allerdings ist diese Theorie noch umstritten und kann daher noch nicht abschließend beurteilt werden. Hier besteht noch weiterer Forschungsbedarf.

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Das Klima von morgen im Internet simulieren
Offenbach, 9. August 2011 - Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat heute den neuen ‚Deutschen Klimaatlas’ ins Internet gestellt. Das Angebot des nationalen Wetterdienstes stellt mit Karten und Grafiken vor, wie sich das Klima in Deutschland seit 1881 verändert hat. Durch die freie Auswahl von Zeitfenstern können die Nutzer zugleich die Folgen der Klimaveränderung bis zum Ende dieses Jahrhunderts simulieren. Der ‚Deutsche Klimaatlas’ ist im Internetangebot des DWD unter www.deutscher-klimaatlas.de zu erreichen.

Wetterextreme mit neuen Meten verlässlicher vorhersagen

Offenbach, 12. April 2011 - Mit neuen Vorhersagemethoden wollen die Wetter- und Klimaforscher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) extreme Wetterereignisse künftig noch verlässlicher und früher vorhersagen. „Die Treffergenauigkeit der heutigen Wettervorhersage lässt sich kaum noch verbessern. Trotzdem wollen wir unseren Kunden helfen, sich noch besser vor Unwettern zu schützen.Deshalb müssen wir bei der Vorhersage neue Wege gehen“, betont Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes auf dem 6. Extremwetterkongress in Hamburg.

Die Vorhersage gerade kleinräumiger Unwetter - wie sommerlicher Gewitter - könne vor allem durch die Nutzung eines Ensemble-Vorhersagesystems verlässlicher werden. Dabei wird im Großrechenzentrum des DWD die Wettervorhersage zum Beispiel für Hamburg für die kommenden 21 Stunden nicht nur einmal berechnet, sondern mit leicht veränderten Anfangszuständen bei Temperatur, Feuchte oder Luftdruck 20 Mal gleichzeitig. Becker: „Das Ergebnis sind viele Vorhersagen für Hamburg, die sich leicht oder manchmal auch stärker voneinander unterscheiden. Wir schauen uns diese Vorhersagen dann an und können abschätzen, welche Wetterentwicklung am wahrscheinlichsten ist. Zugleich können wir unsere Kunden aber auch darauf hinweisen, dass vielleicht gefährliche Sturmböen ziemlich unwahrscheinlich sind, aber doch ein kleines Risiko bestehen könnte, weil eine von 20 Vorhersagen diese Gefahr prognostiziert.“ Der Vorteil der Ensembletechnik sei damit offensichtlich: Ein Nutzer dieser Vorhersagen, zum Beispiel ein Konzertveranstalter, bekäme mehr Informationen und könne dann selbst bewerten, ob ihm auch dieses geringe Risiko noch zu groß sei und er die Veranstaltung vorbeugend absage.


Jahreszeitenprognosen und Klimasimulationen verbessern


Auch bei den Jahreszeitenvorhersagen und der Simulation des künftigen Klimas arbeiten die Forscher des DWD gemeinsam mit Universitäten und Forschungseinrichtungen daran, durch die Ensembletechnik und einheitliche Modelle für die Wettervorhersage und Klimaprojektion noch aussagekräftigere Ergebnisse zu erreichen. Becker: „Wir sind zuversichtlich, bald noch häufiger bevorstehende Klimaextreme wie die Hitzewelle im Sommer 2010 in Russland frühzeitig mit unseren Modellen erfassen zu können. Ich bin sicher, dass wir aber auch die Veränderungen bei den Extremen durch den Klimawandel in den nächsten 30 Jahren noch besser simulieren werden.“

Mehrere Wettervorhersagen parallel berechnen

Bei der Ensembletechnik wird die Wettervorhersage nicht nur einmal berechnet, sondern mit leicht veränderten Anfangszuständen zum Beispiel bei Temperatur, Feuchte oder Luftdruck mehrfach parallel. Das Ergebnis sind viele Vorhersagen, die sich im Laufe des Vorhersagezeitraums leicht oder manchmal auch stärker voneinander unterscheiden. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes können dann ihre Kunden informieren, welche Wetterentwicklung am wahrscheinlichsten ist (hellblaue Linien) und welche wohl kaum eintreten wird, aber trotzdem nicht ganz ausgeschlossen werden kann (magentafarbene Linien). Quelle: Deutscher Wetterdienst

Das Klima - ein empfindliches Gleichgewicht

Das Klima wird im Allgemeinen durch die gleichen Elemente beschrieben wie das Wetter. Dies sind zum Beispiel Temperatur, Niederschlag, Wind, Feuchte und Strahlung. Die Zusammenfassung der Wettererscheinungen, die den Zustand der Atmusphäre an einem bestimmten Ort oder in einem mehr oder weniger großen Gebiet charakterisieren, wird als Klima bezeichnet. Es wird repräsentiert durch die statistischen Gesamteigenschaften (Mittelwerte, Extremwerte, Häufigkeiten, Andauerwerte u. a.) über einen genügend langen Zeitraum. Im Allgemeinen wird ein Zeitraum von 30 Jahren zugrunde gelegt, die sog. Normalperiode, es sind aber durchaus auch kürzere Zeitabschnitte gebräuchlich.

Allerdings ist das Klima keine Angelegenheit allein der Atmosphäre. Vielmehr ist das Klima das Ergebnis des komplexen Zusammenspiels aller Komponenten des Systems Erde-Atmosphäre-Ozeane. Dazu gehören auch die Kryosphäre (Eis), die Biosphäre mit jahreszeitlichen Vegetationswechseln, der Boden und die Erdkruste. Die natürliche Steuerung unseres Klimas geschieht durch die Bilanz der solaren Einstrahlung im kurzwelligen Bereich des Strahlungsspektrums der Sonne sowie der terrestrischen langwelligen Abstrahlung in der unteren Atmosphäre. Dem Strahlungsantrieb von etwa 340 Watt/m2, den uns die Sonne an der Obergrenze des Systems Erde-Atmosphäre liefert, muss ein adäquater Verlust an langwelliger Strahlungsenergie gegenüberstehen, da sich das System sonst aufheizen oder abkühlen würde.

Treibhauseffekt macht menschliches Leben erst möglich

Die "Treibhausgase" wie Wasserdampf (H2O), Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) - um nur die wichtigsten zu nennen - absorbieren Strahlung im langwelligen Bereich des Spektrums stärker als die kurzwellige Sonneneinstrahlung. Dadurch kommt es zu einer Erwärmung der unteren Atmosphäre. Ohne die natürlich vorhandenen Spurengase mit Treibhauseffekt wäre die Mitteltemperatur auf der Erde etwa 32 °C niedriger als wir es gegenwärtig beobachten. Es gäbe dann zumindest kein menschliches Leben auf unserem Planeten.

Durch menschliche Aktivitäten kommt es nun zu einer Konzentrationszunahme von Treibhausgasen. Gegenwärtig werden jährlich etwa 30 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre emittiert. Davon entfallen 75 % auf die Verbrennung fossiler Energieträger. Der Rest ist im Wesentlichen auf Waldrodungen zurückzuführen. Aufgrund der langen Verweildauer von CO2 und anderen Treibhausgasen (Methan, Lachgas, ...) in der Atmosphäre kommt es im Laufe von Jahrzehnten zu deutlichen Konzentrationsanstiegen von CO2 und auch anderen Treibhausgasen.

Dadurch wird die Abstrahlung des Erde-Atmosphäre-Systems im langwelligen Spektralbereich beeinträchtigt. Der damit verbundene Temperaturanstieg in der unteren Atmosphäre wird als anthropogener Anteil des Treibhauseffekts bezeichnet.

Wohin steuert der Mensch den Klimazug?

Die Diskussion um eine Klimaveränderung, die vom Menschen gemacht ist und nicht nur durch natürliche Faktoren wie Variationen der Umlaufbahn der Erde um die Sonne, Schwankungen solarer Einstrahlung sowie interne Wechselwirkungen im Klimasystem gesteuert wird, begann in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Meteorologen und Luftchemiker wussten um die Einflüsse einiger Spurengase auf den Strahlungshaushalt der Atmosphäre. Es gab Messungen zum Temperaturanstieg und zur CO2-Konzentration, die Parallelen aufwiesen. In den letzten Jahren und Jahrzehnten zeigten die Auswertungen der Messwerte immer deutlicher, dass sich die bislang gültigen Mittelwerte, Häufigkeitsverteilungen und andere statistische Größen zunehmend verändern (siehe Klimamonitoring).

Die anfangs noch unsicheren Erkenntnissee der Wissenschaftler basierten auf zunächst einfachen Modellannahmen über die Atmosphäre. Sie wurden aber im Laufe der Jahre durch komplexere Modelle abgelöst. Diese berücksichtigen außer der Atmosphäre auch die anderen Komponenten des Klimasystems, wie zum Beispiel den Ozean. Heute sind zusätzlich die voraussichtlichen sozio-ökonomischen Entwicklungen der kommenden Jahrzehnte wichtige Bestandteile der Klimaprognosemodelle. Sie wurden anhand von Klimadaten aus der Vergangenheit validiert. Das bedeutet: Man hat die Modelle nicht in die unbekannte Zukunft sondern einen durch Messungen dokumentierten Zeitraum der Vergangenheit nachträglich berechnen lassen. Der dadurch erreichbare Vergleich zwischen Modellergebnissen und gemessenen Klimadaten ermöglicht, die Genauigkeit des Modells einzuschätzen.

Temperatur wird bis 2100 global zwischen zwei und fünf Grad steigen

Das Umweltschutzprogramm der Vereinten Nationen UNEP und die Weltorganisation für Meteorologie WMO haben im Jahr 1988 einen "Weltklimarat" gegründet, das Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC. Hauptaufgabe dieses Zwischenstaatlichen Ausschusses ist es, Informationen zum Klimawandel zusammenzutragen,die Risiken eines sich ändernden Klimas zu bewerten und Vermeidungs- und Anpassungsstrategien zu formulieren. Seine Ergebnisse präsentiert das IPCC in Berichten, die in mehrjährigem Abstand vorgelegt werden. Der jüngste (4.) Sachstandsbericht wurde 2007 vom IPCC in vier Teilberichten verabschiedet. An ihm haben 450 Hauptautoren,800 Co-Autoren und weitere 2.500 Experten aus mehr als 130 Ländern 6 Jahre lang gearbeitet. Beteiligt waren neben Naturwissenschaftlern auch zahlreiche Regierungsvertreter.Sie haben den Sachstandsbericht in aufwändigen Abstimmungsprozeduren gemeinsam formuliert. Das IPCC hat - zusammen mit Al Gore - den Friedensnobelpreis des Jahres 2007 erhalten.

Die Ergebnisse des IPCC sind eindeutig: es wird deutlich wärmer werden. Die große Schwankungsbreite der Prognosen des Anstiegs der Mitteltemperatur der Erde von +2 °C bis +5 °C spiegelt die Unsicherheit der Forscher insbesondere über die zukünftigen Emissionen an Treibhausgasen wieder. Es wurden verschiedene sozio-ökonomische und technologische Entwicklungsszenarien betrachtet, mit jeweils unterschiedlichen Auswirkungen auf das Klima.

Bei einer ungebremsten Entwicklung im schlechtesten Sinn ("business as usual" der Industrienationen, deutlich zunehmende Emissionen in den Entwicklungsländern) müssen wir mit einem Anstieg um +5 °C rechnen. Im besten Fall - das heißt bei einer kurzfristigen Reduzierung der CO2-Emissionen um mehr als 50 % - wären es mindestens noch +2 °C. Das wäre immer noch das Zweifache des Temperaturanstiegs der letzten 100 Jahre. Dieser Anstieg wäre stärker als alle natürlichen Klimaschwankungen der vergangenen 10.000 Jahre. Dennoch ist man im IPCC übereinstimmend der Meinung, dass eine globale Temperaturerhöhung von +2 °C gerade noch "klimaverträglich" sei, das heißt, dass Ökosysteme, Nahrungsmittelproduktion und die wirtschaftliche Entwicklung sich daran im Großen und Ganzen anpassen können. Das bedeutet allerdings eine notwendige Halbierung der globalen CO2 -Emissionen, bezogen auf die Industrieländer sogar eine Verminderung um 80 %.

Der Klimawandel findet nicht überall gleichmäßig statt. Besonders stark werden sich die Kontinente der mittleren und nördlichen Breiten sowie die Antarktis erwärmen, weniger stark die Ozeane. Einzelne Regionen können sich sogar etwas abkühlen, während die Temperatur in anderen Gegenden um deutlich mehr als die genannten +2 °C bis +5 °C ansteigt.

Nun findet zur Zeit nicht nur ein Temperaturanstieg statt, sondern das gesamte Klima verändert sich: zum Beispiel auch die Niederschläge. Hier werden in den Tropen und in den nördlichen Breiten mehr Niederschläge erwartet, während Nordafrika, der Mittelmeerraum und Südeuropa deutlich trockener werden - insbesondere im Sommer.

Mit den mittleren Änderungen der Klimaparameter sind auch Verschiebungen bei den statistischen Verteilungen, zum Beispiel den Extremwerten verbunden. Geringe Änderungen bei den Mittelwerten können durchaus große Auswirkungen auf die statistische Verteilung der Extremwerte haben.

Das hat Folgen für Mensch, Wirtschaft und Ökosysteme: Höhere Maximumtemperaturen führen zu einer höheren Sterblichkeit älterer Menschen. Bei mehr heißen Tagen und Hitzewellen drohen Ernteausfälle. Mehr und intensivere Niederschläge führen zu mehr Erosion und Schäden mit zunehmenden Versicherungskosten. Wir werden weniger Heizenergie, aber mehr Energie zur Klimatisierung benötigen. Der Anstieg des Meeresspiegels wird Konsequenzen für Küstenländer, Inselstaaten und Flussdelta-Gebiete haben. Viele weitere Beispiele ließen sich nennen.

Klimawandel wird auch unser Leben in Deutschland verändern

Nach den Prognosen des IPCC müssen wir in Deutschland bis zum Jahr 2050 mit folgenden Änderungen rechnen:

  • im Sommer werden die Temperaturen um 1,5 °C bis 2,5 °C höher liegen als 1990
  • im Winter wird es zwischen 1,5 °C und 3 °C wärmer werden
  • im Sommer können die Niederschläge um bis zu 40 % geringer ausfallen
  • im Winter kann es um bis zu 30 % mehr Niederschlag geben.

Eine übersichtliche Zusammenstellung der Veränderungen, die in den kommenden 3 Jahrzehnten in Deutschland zu erwarten sind, befindet sich in der Stellungnahme der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft zur Klimproblematik vom 09.10.2007:

Wetterelement erwartete Änderung Verlässlichkeit Auswirkungen
Temperatur 1,7 °C wärmer als 1900, v. a. Winter und Nächte wärmer sehr gut früherer Pflanzenaustrieb, vermehrter Hitzestress, Rückgang des Permafrostes in den Alpen (mehr Felsstürze)
Hitzeperioden häufiger, stärker sehr gut hohe Gesundheitsbelastung, Stress für die Biosphäre, mehr Waldbrände
Alpengletscher 60 % Flächen- / 80 % Massenverlust gegenüber 1850 sehr gut extreme Abflussschwankungen
Meeressspiegel-Anstieg ca. 10 cm gegenüber heute sehr gut Gefährdung der Nord- und Ostseeküste
Niederschlag Sommer trockener, Herbst und Winter nasser mit mehr Regen und weniger Schnee, Ergiebigkeit von Einzelereignissen deutlich höher als bekannt gut erhöhte Überschwemmungsgefahr (u. a. wegen unterdimensionierter Entwässerungssysteme)
Trocken- bzw. Dürreperioden häufiger befriedigend Land- und Energiewirtschaft und Binnenschifffahrt betroffen, erhöhtes Waldbrandrisiko
Gewitter intensiver befriedigend erhöhte Risiken durch Starkregen, Hagel, Sturmböen
Blitze viel häufiger gut erhöhte Schäden
Tornados häufiger gering erhöhte Schäden
Sturmfluten bis zu 20 cm höher auflaufend gut stärkere Gefährdung der Nordseeküste
Ozonschicht größte Ausdünnung um ca. 2010, nur langsame Erholung gut langfristig erhöhte UV-Belastung, erhöhtes Risiko von Hauterkrankungen
Außertropische (Winter-)Stürme Tendenz zu heftigeren, evtl. weniger Stürmen bei veränderten Zugbahnen unsicher erhebliches Schadensrisiko
Lufttrübung, Aerosole unsicher unsicher  

Von diesen oftmals gravierenden Veränderungen und ihren Folgen sind alle gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereiche betroffen. Beispielsweise stellen höhere Temperaturen und häufigere und längere Hitzeperioden ein wachsendes Risiko für die Gesundheit des Menschen dar und können auch bei uns zu einer großen Anzahl von Todesfällen führen - wie wir es im Sommer 2003 erlebt haben. Weitere Folgen höherer Temperaturen sind ein verringerter Bedarf an Heizenergie und ein höherer Bedarf an Energie zur Kühlung. Außerdem haben veränderte Temperaturen vielfältige Auswirkungen auf die Landwirtschaft: ein früherer Vegetationsbeginn und eine längere Vegetationsdauer; es können wärmeliebendere Sorten angebaut werden (z. B. im Weinbau), usw. In manchen Kurorten könnte eine zunehmende Hitzebelastung zum Problem werden. Unser Freizeitverhalten wird ebenfalls beeinflusst: Wintersport wird nicht mehr so verbreitet möglich sein wie bisher; die Gartennutzung wird im Frühjahr früher und im Herbst später möglich sein, ... Aber auch unsere direkte Umwelt wird sich verändern: der Wärmeinseleffekt in unseren Städten wird stärker, manche Wohnungen werden tagsüber zu heiß werden und sich nachts nicht mehr genügend abkühlen können, und vieles mehr. Dazu kommen die Auswirkungen veränderter Niederschläge und anderer Wetterelemente. Es ist anzunehmen, dass einige Folgen dieser Veränderungen derzeit noch gar nicht absehbar sind.

Eis am Nordpol

Eisfläche erreicht  neues Minimum

Eiskonzentration Arktis März 2011
Die Auswertung der Fläche des arktischen Eises hat ergeben, dass am 8. September 2011 ein seit Beginn der Satellitenbeobachtungen nicht beobachtetes Minium mit 4,24 Mio km² erreicht worden ist. Damit wurde das bisherige Minimum aus dem Jahr 2007 mit 4,267 Mio km² nochmals unterschritten. Die Eisfläche schwankt im Laufe des Jahres zwischen 15 Mio km² im März und rund 5 Mio km² im September. Wissenschaftler gehen davon aus, das mit hoher Wahrscheinlichkeit seit dem letzten Klimaoptimum vor etwa 8000 Jahren, nicht so wenig Eis in der Arktis anzutreffen war. Für die Schifffahrt bedeutet das aktuelle Eisminimum, dass sowohl die Nord-Ost-Passage, wie die Nord-West-Passage befahren werden kann und befahren wird und somit der Seeweg auf einigen Routen deutlich verkürzt werden kann.
 
Eiskonzentration Arktis
September2011
Die Eiskonzentration in der Arktis kann im September noch etwas abnehmen bevor diese dann zum Winter hin wieder zunimmt.Die nebenstehenden Bilder zeigen die aktuelle Eiskonzentration vom 18.09.2011 sowie die vor einem halben Jahr am 18.03.2011. Die Eiskonzentration wurde aus Satellitendaten gewonnen und vom EUMETSAT Ocean and Sea Ice Satellite Application Facility berechnet und bereitgestellt.

Klimaschutz muss massiv forciert werden

Klima-Pressekonferenz 2011 des Deutschen Wetterdienstes

Berlin, 26. Juli 2011 - Im Jahr 2010 hat die Menschheit fast 31 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen. Es gab keine verbindlichen Vereinbarungen, die weltweiten Emissionen des Treibhausgases zu senken. Der Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Prof. Dr. Gerhard Adrian, bilanziert deshalb auf der jährlichen Klima-Pressekonferenz der Bundesbehörde: „Das Jahr 2010 war kein gutes Jahr für den weltweiten Klimaschutz. Die bestehenden Minderungszusagen und Maßnahmen reichen nicht aus, die Erderwärmung bis 2100 auf zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.“ Hinzu komme, dass durch die verbesserte Luftqualität in diesem Jahrhundert mit einem zusätzlichen Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur um ein Grad zu rechnen sei. Adrian: „Wenn wir das Ruder nicht schnell herumreißen - und zwar international verbindlich vereinbart - werden wir beim Klimaschutz auf Grund laufen.“

Klimawandel und Bauwirtschaft - Über den Stand der Untersuchungen des DWD zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Bereich der Bauwirtschaft berichtete Dr. Paul Becker, Vizepräsident des DWD und Leiter des Geschäftsbereichs Klima und Umwelt. Wegen steigender Temperaturen und häufigeren Hitzeperioden werden die Anforderungen der Bewohner an Belüftung, Abschattung und Kühlung von Gebäuden wachsen. Dies muss neben der Planung einzelner Gebäude auch in der Stadtplanung berücksichtigt werden, ebenso wie eine Zunahme von Starkniederschlägen und Stürmen. Hierzu hat die Überarbeitung der geltenden Baunormen begonnen. Eine gute Nachricht könne aber sein, dass die Anzahl von "Schlechtwettertagen" in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten zurückgehen wird. An solchen Tagen wird die Bautätigkeit durch widrige Wetterverhältnisse behindert. "Der Klimawandel erfordert also Anpassungen bei der Bausubstanz, bei der Bauplanung und Bautätigkeit. Er wird damit das Bauen und die Bauwirtschaft in Deutschland verändern." fasst Dr. Becker zusammen.
 
Das Klima im 1. Halbjahr 2011 - Darüber hinaus ordnete Herr Gerhard Müller-Westermeier, Leiter des Bereichs Klimaanalyse des Deutschen Wetterdienstes das Klima in Deutschland im erste Halbjahr 2011 in seiner klimatologischen Bedeutung ein: Das 1. Halbjahr 2011 war sehr sonnig, sehr trocken und sehr warm: seit 1951 war es das Zweitsonnigste (59 waren sonnenscheinärmer) und seit 1881 das 9.trockenste und das 9.wärmste (jeweils 122 waren niederschlagsreicher bzw. kälter). Alle sechs Monate waren zu warm. Gerhard Müller-Westermeier: "Die ersten sechs Monate 2011 zeigen aber, dass der Erwärmungstrend in Deutschland wie auch weltweit ungebrochen ist."

Gefahren durch extreme Niederschläge werden ab 2040 deutlich zunehmen

Die frühzeitige und optimale Vorbereitung auf unser verändertes Klima erfordert insbesondere die Anpassung an extremere Wetterereignisse im Klima von morgen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Technische Hilfswerk (THW), das Umweltbundesamt (UBA) sowie der Deutsche Wetterdienst (DWD) haben daher schon 2007 eine ressortübergreifende Allianz gebildet. Dieses Bündnis hat im Jahr 2010 das Forschungsprojekt „Auswertungen regionaler Klimaprojektionen für Deutschland hinsichtlich der Änderung des Extremverhaltens von Temperatur, Niederschlag und Windgeschwindigkeit“ auf den Weg gebracht. Heute wurden erste Ergebnisse des Projekts für die extremen Niederschläge vorgestellt.

DWD: „Im Winter, also den Monaten Dezember, Januar und Februar, erwarten wir bis zum Jahr 2100 in weiten Teilen Deutschlands mehr Starkniederschläge“, erläutert Dr. Paul Becker, Vizepräsident des DWD. Die DWD-Experten erwarten, dass deren Häufigkeit etwa ab 2040 teilweise deutlich steigen wird. In küstennahen Gebieten könnte sich die Anzahl extremer Niederschläge - verglichen mit dem Zeitraum 1960 bis 2000 - verdoppeln, in den Alpenregionen nahezu konstant bleiben und zwischen Küste und Alpen um bis zu 50 Prozent zunehmen. In den Sommermonaten Juni, Juli und August dürfte sich die Häufigkeit von Starkniederschlagsereignissen nicht in allen Teilen Deutschlands einheitlich entwickeln. In den meisten Regionen rechnet der DWD mit einem Anstieg um etwa 50 Prozent, in Teilen des Nordostens auch mit einer leichten Abnahme der Starkniederschlagstage.

2010 war weltweit das wärmste Jahr

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat 2010 als das weltweit wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850 bezeichnet.

Die Abweichung der globalen Jahresmitteltemperatur vom Mittelwert des Zeitraums 1961 - 1990 (dieser wird international als Referenzzeitraum verwendet) hat im vergangenen Jahr +0,53 °C betragen. Allerdings waren diese Abweichungen in den Jahren 2005 nur 0,01 °C und 1998 nur 0,02 °C geringer und damit statistisch nicht signifikant niedriger als 2010.

"Die Daten bestätigen den Trend der langfristigen Erderwärmung", sagte Michel Jarraud, Generalsekretär der WMO. "Die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen sind alle seit 1998 aufgetreten." Auch die Dekade von 2001 bis 2010 war mit +0,46 °C gegenüber 1961-1990 so warm wie noch kein anderer 10-Jahreszeitraum seit 1850.

Diese Auswertungen basieren auf Datensätzen des UK Meteorological Office Hadley Centre/Climatic Research Unit (HadCRU), des U.S. National Climatic Data Center (NCDC) und der U.S. National Aeronautics and Space Administration (NASA).

Außergewöhnlich warm war es 2010 in weiten Teilen Afrikas, in Süd- und Westasien und in Grönland sowie im arktischen Kanada. Signifikant kühler als im Referenzzeitraum war es auf dem Land nur in wenigen Regionen, insbesondere in Teilen Nordeuropas sowie in Zentral- und Ostasien. Auch in Deutschland lag 2010 die Durchschnittstemperatur mit 7,9˚C unter dem langjährigen Mittelwert von 8,2˚C - allerdings erst zum zweiten Mal seit 13 Jahren.

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Bisheriges arktisches Eisminimum unterschritten

Bis zum 16. September 2012 reduzierte sich die arktische Eisfläche, nach vorläufigen Auswertungen der Satellitendaten durch das National Snow and Ice Data Center (NSIDC), Boulder, University of Colorado, USA, auf ein Jahresminimum von 3,41 Mio km² und war damit um 760.000 km² kleiner als das bisher aus Satellitendaten beobachtete Mimumum vom 18. September 2007. Die Abnahme gegenüber 2007 entspricht gut zweimal der Fläche Deutschlands. Das diesjährige Minimum liegt 18% unter dem des Jahres 2007 und fast 50% unter dem Mittelwert von 1979-2000. Seit dem 20. März 2012, dem Jahresmaxium, reduzierte sich die arktische Eisfläche um fast 12 Mio km². Die Abnahme ist fast eine Million km² größer als im letzten Jahr. Mit abnehmender Tageslänge und fallenden Temperaturen wird die Eisfläche in den nächsten Wochen wieder zunehmen.

Die Karten der Eiskonzentration zeigen das Maximum der Eisfläche vom 20. März 2012 und das Minimum vom 16. September 2012.

Bei der Angabe der arktischen Eisfläche gibt es allerdings geringe Unterschiede je nach Datenquelle. So wird das bisherige Minimun von 2007 mit 4,14 bzw. 4,27 Mio km² angeben oder das Minimum von 2011 mit 4,33 bzw. 4,24 Mio km². Die Größe der Eisfläche wird mit Hilfe von Satelliten gemessen, die mehrmals täglich die Pole überfliegen. Eine wesentliche Aufgabe besteht nun darin, aus den verschiedenen Satellitendaten möglichst genau offenes Wasser, Treibeis und geschlossene Eisflächen zu unterscheiden. Unterschiedliche Berechnunsgmethoden liefern hierbei etwas unterschiedliche Werte über das vorhandene Eis. Alle Berechnungen zeigen aber den Trend, dass die arktische Eisfläche in den letzten Jahren immer weiter zurück gegangen ist.

WMO statement on the status of the global climate in 2012"

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Juni-Hochwasser in Deutschland: Müssen wir vermehrt mit solch extremen Niederschlägen rechnen?

Wochenniederschlagsmengen bis 03.06.2013 über Deutschland
Quelle: DWD

Offenbach, 6. Juni 2013 – Nach den extremen Niederschlägen der letzten Tage, insbesondere im Süden und Osten Deutschlands, und der nachfolgenden verheerenden Hochwassersituation, stellen sich zwei Fragen:

  • Wie häufig kann so etwas vorkommen ?
  • Ist aufgrund des Klimawandels zukünftig häufiger mit solch extremen Ereignissen zu rechnen?

Dazu informiert der Deutsche Wetterdienst (DWD):

Hochwasser ist generell kein seltenes Ereignis in diesen Gebieten. Dr. Andreas Becker, Leiter des Weltzentrums für Niederschlagsklimatologie im DWD: „In Erinnerung geblieben sind vor allem die Oderflut im Juli 1997 sowie die Flut an Donau und Elbe im August 2002. Aber auch danach, in den Jahren 2005 und mehrfach im Jahr 2010, gab es dort immer wieder kritische Situationen.“ Die heftigen Regenfälle kamen auch nicht unerwartet. Öffentlichkeit, Medien und Einrichtungen des Katastrophenschutzes waren vorgewarnt.

Nasser Mai, versiegelte Böden sowie Schneeschmelze in den Alpen

Durch die zahlreichen Niederschläge im Mai waren in vielen Regionen die Böden bereits mit Wasser gesättigt. So floss viel Wasser oberirdisch ab und ließ kleine Bäche und Flüsse sehr schnell anschwellen. Ein weiterer Faktor im Süden war die zeitgleiche Schneeschmelze in den Alpen, wo in höheren Lagen, vor allem auch in Österreich, noch reichlich Schnee lag. Heftige Niederschläge in Österreich, Tschechien und Polen trugen durch die Zuführung der Wassermassen nach Deutschland ebenfalls zur Hochwassersituation bei.

22.750.000.000.000 Liter Wasser fielen auf Deutschland

Der DWD hat berechnen können, welche Mengen an Regenwasser an den vier Tagen vom 30.Mai bis zum 2. Juni vom Himmel fielen: Deutschlandweit waren das insgesamt 22,75 Billionen Liter. Davon fielen auf Bayern 8,28 Billionen, auf Sachsen 2,50 Billionen, Thüringen 1,43 Billionen und Hessen 1,22 Billionen Liter.

„Jahrhundertniederschläge“ in einigen Regionen an Donau und Elbe

Für Aschau und Kreuth in Bayern (405,1 bzw. 372,8 l/m²), Burladingen in Baden-Württemberg (154,0 l/m²) und Stützengrün in Sachsen (224,0 l/m²) ergeben sich hinsichtlich der in 90 Stunden gefallenen Niederschlagssumme Wiederkehrzeiten von 100 Jahren, also ‚Jahrhundertniederschläge‘. „Es stellt sich natürlich die Frage, ob die Berechnungsgrundlage solcher Wiederkehrzeiten angesichts des Wandels unseres Klimas noch stimmt“, schlussfolgert DWD-Niederschlagsexperte Dr. Andreas Becker.

Klimatologische Einordnung der außergewöhnlich heftigen Niederschläge

Analysen des DWD haben ergeben, dass es einen Trend zu mehr Tagesniederschlägen von mehr als 30 l/m² gibt - vor allem im Winter. Für eine Zunahme spricht weiter die globale Erwärmung, die auch einen zunehmenden Wasserdampfgehalt der Atmosphäre bedeuten würde. Eine Großwetterlage des Typs „Tief Mitteleuropa (Tm)“ bringt für gewöhnlich zahlreiche Niederschläge. Jüngste Klimaanalysen und Projektionen zeigen eine Tendenz zur Zunahme von zentral über Mitteleuropa liegenden, feuchten Tiefdruckgebieten. Die mittlere jährliche Anzahl steigt demzufolge von 1951 bis zum Ende des Jahrhunderts um 20%.

DWD fordert Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Einer weiteren Studie des DWD zufolge sollen die meisten der untersuchten Wetterextreme bei Temperatur, Niederschlag und Wind bis zum Jahr 2100 zunehmen. Für DWD-Vizepräsident Dr. Paul Becker ist klar: „Gerade beim Hochwasserschutz in Deutschland dürfen wir nicht innehalten.“

Vergleichbare Hochwasserereignisse seit 1997 aufgrund von niederschlagsreichen Tiefdruckgebieten über Mitteleuropa (Vb/Vb-artig)

JahrMonatEinzugsgebiet
1997 Juli Oder
1999 Mai Donau
2001 Juli Weichsel
2002 August Elbe / Donau
2005 August Donau
2010 Mai Oder/Weichsel
2010 August Neiße / Spree / Elbe
2010 September Neiße / Elbe / Elster

 Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienste

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Klimaatlas Deutschland

Deutsche Klimaatlas

Historische Berichte Das Wetter von vor 200 Jahren
Die starken Niederschläge mit nachfolgendem Hochwasser
Anfang Februar 1909
JANUAR 1803
Der eisige November des Jahres 1858 FEBRUAR 1803
  MÄRZ 1803
  APRIL 1803
Der kalte September 1851 MAI 1803
November 1851 JUNI 1803
Das Gewitter zu Berlin am 14. April 1902 JULI 1803
Der Mai 1902 AUGUST 1803
Große Niederschläge früherer Zeiten SEPTEMBER 1803
Das Donauhochwasser vom 15. August 1501 OKTOBER 1803
Wetterkatastrophen des Jahres 1972 NOVEMBER 1803
Vor 50 Jahren: ein kalter April

DEZEMBER 1803

 

Monatsbericht Deutschland

Frühling 2015

Alle drei Frühlingsmonate waren im Vergleich zum internationalen klimatologischen Referenzzeitraum 1961-1990 wärmer und trockener als normal. Die größte Temperaturanomalie wurde im März, die geringste im Mai beobachtet. Die Niederschlagssumme im März blieb nur knapp unter dem langjährigen Mittel, im April und Mai wurden nicht einmal dreiviertel der Referenzmenge gemessen. Der sonnenscheinreichste Frühlingsmonat war der April. Obwohl der Mai etwas sonnenscheinärmer war als normal, ist für den Frühling ein deutlicher Sonnenscheinüberschuss zu verzeichnen.

Das Gebietsmittel der Temperatur betrug 8,6°C. Damit liegt die Abweichung zur neuen Bezugsperiode 1981-2010 bei +0,1 K, während der vieljährige Mittelwert des internationalen klimatologischen Referenzzeitraums 1961-1990 um +0,9 K übertroffen wurde. Somit war der Frühling 2015 der 32.-wärmste seit Beginn des 20. Jahrhunderts und auch seit 1881.

Die Niederschlagsbilanz fällt mit insgesamt 148,6 mm negativ aus. Die Abweichung zum Mittelwert der Bezugsperiode 1981-2010 lag damit bei -38,0 mm oder -20,4 %. Im Verhältnis zum internationalen Referenzzeitraum 1961-1990 ergibt sich ein Defizit von -37,3 mm bzw. -20,1 %. Der Frühling 2015 war somit der 31.-trockenste seit Beginn des 20. Jahrhunderts und der 37.-trockenste seit 1881.

Die Sonnenscheindauer übertraf erneut die vieljährigen Mittelwerte. Mit insgesamt 550,6 Stunden war der Frühling 2015 im Vergleich zur Bezugsperiode 1981-2010 um +63,8 Std. oder +13,1 % zu sonnig. Gegenüber dem Referenzzeitraum 1961-1990 ergab sich sogar ein Überschuss von +92,0 Std. bzw. +20,1 %. Damit war das Frühjahr 2015 das 11.-sonnenscheinreichste Frühjahr seit 1951.

Sommer 2015

Einem durchschnittlichen, etwas zu trockenen Monat Juni folgte ein deutlich zu warmer und regional zu trockener Monat Juli. Der Juli begann mit einer extremen Hitzewelle, die ihren Höhepunkt am 4. und 5. Juli erreichte. Am 5. Juli wurde an der DWD-Station in Kitzingen ein neuer Temperaturrekord mit 40,3°C gemessen. Nach einer kurzen Abkühlung folgte ab der Monatsmitte eine zweite Hitzewelle. Der Monatsausklang gestaltete sich eher kühl. Der August war ebenfalls deutlich zu warm mit mittleren Niederschlagswerten. Am 7. August wurde während einer dritten Hitzewelle in diesem Sommer in Kitzingen der Rekordwert vom 5. Juli erneut erreicht.

Das Gebietsmittel der Temperatur betrug 18,4°C. Damit liegt die Abweichung zur neuen Bezugsperiode 1981-2010 bei 1,3 K, während der vieljährige Mittelwert des internationalen klimatologischen Referenzzeitraums 1961-1990 um +2,1 K übertroffen wurde. Somit war der Sommer 2015 der drittwärmste seit Beginn des 20. Jahrhunderts und auch seit 1881. In den letzten 21 Jahren waren die Sommer mit einer Ausnahme (1996) immer wärmer als zum internationalen klimatologischen Referenzzeitraum 1961-1990.

Insgesamt ergibt sich ein deutliches Niederschlagsdefizit für die Sommermonate. Im Gebietsmittel von Deutschland ergab sich eine Niederschlagsmenge von 204,5 mm. Die Abweichung zum Mittelwert der Bezugsperiode 1981-2010 lag damit bei -35,2 mm oder -14,7 %. Auch im Verhältnis zum internationalen Referenzzeitraum 1961-1990 ergibt sich ein ähnliches Defizit von -34,9 mm bzw. -14,6 %. Der Sommer 2015 war somit der 17.-trockenste seit Beginn des 20. Jahrhunderts und der 22.-trockenste seit 1881.

Der Sommer 2015 erreichte mit 659,2 Stunden einen Überschuss an Sonnenscheinstunden. Im Vergleich zur Bezugsperiode 1981-2010 fiel er um +65,6 Stunden oder +10,4 % zu sonnenscheinreich aus. Gegenüber dem Referenzzeitraum 1961-1990 ergab sich ein Überschuss von +83,4 Stunden, d.h., das Sonnenscheinsoll wurde um +13,6 % überschritten. Damit wurde der Sommer 2015 der 11.-sonnenscheinreichste Sommer seit 1951.

Herbst 2015

Während der September und Oktober 2015 etwas kühler als die vieljährigen Mittelwerte waren, hat der November dieses Jahr einen neuen Temperaturrekord aufgestellt. Deutschlandweit lag der gesamte Herbst 2015 dementsprechend nur etwas über dem vieljährigen Mittel. Dabei lag die deutschlandweite Niederschlagssumme etwas über den üblichen Werten, die Sonnenscheindauer entsprach den langjährigen Strahlungswerten, allerdings mit hoher zeitlicher Variabilität.

Das Gebietsmittel der Temperatur betrug 9,6 °C. Damit liegt die Abweichung zur neuen Bezugsperiode 1981-2010 bei +0,6 K, während der vieljährige Mittelwert des internationalen klimatologischen Referenzzeitraums 1961-1990 um +0,8 K übertroffen wurde. Somit war der Herbst 2015 der 18.-wärmste seit 1881 und der 17.-wärmste seit Beginn des 20. Jahrhunderts.

Im Gebietsmittel von Deutschland wurde für den Herbst 2015 eine Niederschlagshöhe von 203,9 mm gemessen. Das sind +5,6 mm oder +2,8 % mehr als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und +20,6 mm oder +11,2 % mehr als in der Referenzperiode 1961-1990. Während September und Oktober 2015 ein Niederschlagsdefizit aufweisen, war der November deutlich zu feucht. Der Herbst 2015 war damit der 37.-feuchteste Herbst in Deutschland seit 1901 und der 42.-feuchteste seit 1881.

Das Flächenmittel der Sonnenscheindauer lag bei 306,7 Stunden. Das sind 3,1 Std. oder -1 % weniger als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und -4,2 Std. oder -1,4 % weniger als im Mittel der Jahre 1961-1990. Im September und Oktober 2015 waren relativ trübe Monate, während der November ein sehr sonnenscheinreicher Monat war. Somit liegt der Herbst 2015 auf dem 33. Platz und damit im Mittelfeld der Rangfolge der Sonnenscheindauer seit 1951.

Winter 2014/2015

Bis zur Hälfte des meteorologischen Winters 2014/2015 war von Winter nicht viel zu merken. Einem deutlich zu warmen Dezember folgte eine sehr milde erste Januarhälfte. Erinnerungen an den letzten Winter mit einem Totalausfall im Flachland wurden wach. Regen, Wind und wenig Sonnenschein prägte diese Periode. Nur ein kurzer Wintereinbruch zwischen Weihnachten und Neujahr brachte Schnee auch im Flachland. Dann besann sich der Winter, die Temperaturen gingen zurück und bewegten sich um die langjährigen Mittelwerte. In den Mittelgebirgen und den Alpen gab es reichlich Schnee, der teilweise auch im Flachland einige Tage liegen blieb. Mitte Februar lag Deutschland unter Hochdruckeinfluss, was zu Hochnebel im Flachland und Sonnenschein in den Bergen führte. Im Nordosten Deutschlands und Teilen Bayerns wurden die höchsten Temperaturanomalien beobachtet. Hohe Niederschlagsanomalien wurden besonders im Norden Deutschlands registriert. Vor allem in der ersten Winterhälfte wurde viel Niederschlag beobachtet. Für Schleswig-Holstein ergibt sich der 3.-nasseste Winter seit 1881.

Das Gebietsmittel der Temperatur betrug 1,9°C. Damit liegt die Abweichung zur neuen Bezugsperiode 1981-2010 bei +1,0 K, während der vieljährige Mittelwert des internationalen klimatologischen Referenzzeitraums 1961-1990 mit +1,6 K übertroffen wurde. Somit war der Winter 2014/2015 der 21.-wärmste seit Beginn des 20. Jahrhunderts und der 23.-wärmste seit 1881 und ordnet sich damit in die Mitte der wärmeren Winter ein.

Die Niederschlagsbilanz fällt mit insgesamt 183,2 mm recht durchschnittlich aus. Die Abweichung zum Mittelwert der Bezugsperiode 1981-2010 liegt damit bei -9,6 mm oder -5,0 %. Im Verhältnis zum internationalen Referenzzeitraum 1961-1990 ergibt sich ein Überschuss von +2,5 mm bzw. +1,4 %. Der Winter 2014/2015 war somit der 47.-nasseste seit Beginn des 20. Jahrhunderts und der 50.-nasseste seit 1881.

Die Sonnenscheindauer erreichte nicht die vieljährigen Mittelwerte. Mit insgesamt 145,6 Stunden war der Winter 2014/2015 im Vergleich zur Bezugsperiode 1981-2010 um -20,9 Stunden oder -12,6 % zu trüb. Gegenüber dem Referenzzeitraum 1961-1990 ergibt sich ein Defizit von -8,9 Stunden bzw. -5,8 %. Damit wurde der Winter 2014/2015 der 21.-sonnenscheinärmste Winter seit 1951.

Januar 2015

Nachdem 2014 bereits das wärmste Jahr seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen war, begann auch 2015 mit einer positiven Temperaturanomalie im Januar. Bei meist westlichen Wetterlagen wies die erste Hälfte des Monats teilweise frühlingshafte Temperaturen auf, während in der zweiten Januarhälfte in ganz Deutschland Wintertemperaturen einzogen. Insgesamt fiel der Monat sehr mild und niederschlagsreich sowie sonnenscheinarm aus.

Die Mitteltemperatur von Deutschland betrug 2,2°C. Gegenüber dem vieljährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um +1,8 K zu warm, im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 waren es +2,7 K. Damit ordnet sich der Januar 2015 als 23. wärmster seit 1901 und als 25. wärmster seit 1881 eindeutig im oberen Drittel der Monatsrangfolge ein.

Im Gebietsmittel von Deutschland wurde eine monatliche Niederschlagshöhe von 85,4 mm gemessen. Das sind +19,6 mm oder +29,8 % mehr als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und +24,6 mm oder +40,5 % mehr als in der Referenzperiode 1961-1990. Der Januar 2015 war damit der 21. feuchteste Januar in Deutschland seit 1901 und der 22. feuchteste seit 1881.

Das Gebietsmittel der Sonnenscheindauer lag bei 35,3 Stunden. Das sind -15,5 Std. oder -30,5 % weniger als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und -8,3 Std. oder 19,0 % weniger als im Mittel der Jahre 1961-1990. Damit ordnet sich der Monat als 17. sonnenscheinärmster seit 1951 im unteren Drittel der Monatsrangfolge ein.

Februar 2015

Bei der Betrachtung der Parameter Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer ergibt sich für den Februar 2015 für Deutschland ein recht unterschiedliches Bild. Während die Regionen nördlich der Mainlinie etwas zu warm waren, war es südlich davon zu kalt. Je weiter man sich von dieser Linie entfernt umso größer werden die Abweichungen vom langjährigen Mittel. Beim Niederschlag ergibt sich eine Teilung in Ost und West. Im äußersten Westen wurde das Niederschlagssoll erreicht, je weiter man sich aber nach Osten bewegt umso größer wird das Niederschlagsdefizit für den Februar 2015. Östlich der Linie Hamburg/Freiburg wurden meist nur 50 % des langjährigen Mittelwertes für den Niederschlag beobachtet. Weiter östlich waren es sogar nur 25 %. In Punkto Sonnenschein treten Sachsen, das südliche Brandenburg und Teile von Thüringen und Sachsen-Anhalt besonders hervor. Dort wurde mehr als das 1,5 fache der langjährigen Sonnenscheindauer registriert.

Die Mitteltemperatur von Deutschland betrug 0,7°C. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um -0,2 K zu kalt, im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 war es +0,3 K zu warm. Damit ordnet sich der Februar 2015 als 58.-wärmster seit 1901 und als 68.-wärmster seit 1881 genau in die Mitte der jeweiligen Monatsrangfolgen ein.

Im Gebietsmittel von Deutschland wurde eine monatliche Niederschlagshöhe von 22,3 mm gemessen. Das sind -32,2 mm oder -59,1 % weniger als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und -27,1 mm oder -54,9 % weniger als in der Referenzperiode 1961-1990. Der Februar 2015 war damit der 15.-trockenste Februar in Deutschland seit 1901 und der 20.-trockenste seit 1881.

Das Gebietsmittel der Sonnenscheindauer lag bei 88,0 Stunden. Das sind +11,8 Std. oder +15,5 % mehr als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und +15,4 Std. oder +21,2 % mehr als im Mittel der Jahre 1961-1990. Damit ordnet sich der Monat als 15.-sonnenscheinreichster seit 1951 im oberen Drittel der Monatsrangfolge ein.

März 2015

Der März zeigte sich meist freundlich mit viel Sonnenschein und tagsüber schon recht angenehmen Temperaturen. Die Nächte waren aber verbreitet noch recht kalt. Der stürmische Monatsausklang brachte deutschlandweit sehr hohe Windgeschwindigkeiten, forderte Todesopfer und hohe Schäden. In Verbindung mit den Tiefdruckgebieten wurde das starke Niederschlagsdefizit zum Monatsende fast ausgeglichen. Die höchsten Temperaturanomalien wurden im Nordosten beobachtet, der meiste Sonnenschein in Baden-Württemberg und Bayern. Fiel im Norden deutlich mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel, war es im Süden verhältnismäßig trocken. In der oberrheinischen Tiefebene wurde meist nur die Hälfte des üblichen Niederschlags beobachtet.

Die Mitteltemperatur für Deutschland betrug 5,2°C. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um +0,9 K zu warm, im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 war er +1,7 K zu warm. Damit ordnet sich der März 2015 als 31.-wärmster seit 1901 und als 33.-wärmster seit 1881 in die Reihe der wärmeren Jahre der jeweiligen Monatsrangfolgen ein.

Im Gebietsmittel wurde für Deutschland eine monatliche Niederschlagshöhe von 55,5 mm gemessen. Das sind -8,8 mm oder -13,7 % weniger als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und -1,0 mm oder -1,8 % weniger als in der Referenzperiode 1961-1990. Der März 2015 war damit der 45.-nasseste März in Deutschland seit 1901 und der 53.-nasseste seit 1881. Der März ordnet sich somit als recht durchschnittlicher Monat in die Rangfolge ein.

Das Gebietsmittel der Sonnenscheindauer lag bei 139,1 Stunden. Das sind +25,3 Std. oder +22,2 % mehr als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und +28,5 Std. oder +25,8 % mehr als im Mittel der Jahre 1961-1990. Damit ordnet sich der Monat als 16.-sonnenscheinreichster seit 1951 im oberen Drittel der Monatsrangfolge ein.

April 2015

Der April 2015 zeigte sich von seiner Sonnenseite. Besonders im Südwesten wurden viele Sonnenstunden beobachtet. Im Nordosten war der Sonnenscheinüberschuss nicht ganz so hoch. Die Tagestemperaturen stiegen schon auf angenehme Werte. In der Nacht kühlte es sich aber auf Grund des wolkenfreien Himmels wieder deutlich ab. Im Mittel war der April etwas wärmer als normal. Niederschlag wurde fast ausschließlich am Monatsanfang und am Monatsende beobachtet. Dabei wurde aber das Niederschlagssoll bei weitem nicht erreicht. Dies führte zu einer erhöhten Waldbrandgefahr und auch zu kleineren Waldbränden. Im Norden und im Großraum des Einzugsgebiets des Mains blieb die Niederschlagssumme im April großflächig unterhalb von 50 % des Monatssolls.

Die Mitteltemperatur für Deutschland betrug 8,4°C. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um +0,1 K zu warm, im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 war er +1,0 K zu warm. Damit ordnet sich der April 2015 als 37.-wärmster seit 1901 und als 42.-wärmster seit 1881 genau in den Übergangsbereich zwischen wärmeren und normalen Jahren der jeweiligen Monatsrangfolgen ein.

Im Gebietsmittel wurde für Deutschland eine monatliche Niederschlagshöhe von 41,2 mm gemessen. Das sind –9,5 mm oder -18,7 % weniger als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und -17,1 mm oder -29,3 % weniger als in der Referenzperiode 1961-1990. Der April 2015 war damit der 38.-trockenste April in Deutschland seit 1901 und der 45.-trockenste seit 1881. Der April ordnet sich in den Übergangsbereich zwischen normalen und zu trockenen Monaten in die Rangfolge ein.

Das Gebietsmittel der Sonnenscheindauer lag bei 224,6 Stunden. Das sind +57,0 Std. oder +34,0 % mehr als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und +72,3 Std. oder +47,5 % mehr als im Mittel der Jahre 1961-1990. Damit ordnet sich der Monat als 4.-sonnenscheinreichster seit 1951 in oberen Bereich der Monatsrangfolge ein.

Mai 2015

Der Mai 2015 zeigte sich je nach Parameter und Region recht unterschiedlich. Nördlich der Linie Düsseldorf Görlitz war es in Bezug auf die internationale klimatologische Referenzperiode 1961-1990 kälter als normal, südlich davon wurden höhere Temperaturen als normal beobachtet. Beim Niederschlag ist eine Dreiteilung zu erkennen. Während in der Mitte Deutschlands nur sehr wenig Niederschlag gemessen wurde (verbreitet unter 20 mm), konnten im Süden von Deutschland durch wiederholte Tiefdruckgebiete im Mittelmeerraum deutlich über 100 mm registriert werden. Auch in der Küstenregion von Nord- und Ostsee wurde das Niederschlagssoll erreicht oder deutlich überschritten. In den Bundesländern Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gehört der Mai zu den 10-trockensten Maimonaten seit 1881, in Sachsen wurde sogar der 2.-trockenste Mai beobachtet. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen wurde das Sonnenscheinsoll im Mai erreicht bzw. überschritten. In den anderen Bundesländern blieb die Sonnenscheindauer unter dem Mittelwert der internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990. Im Südosten Bayerns war die beobachtete Sonnenscheindauer am geringsten.

Die Mitteltemperatur für Deutschland betrug 12,3°C. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um -0,7 K zu kalt, im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 war er +0,2 K zu warm. Damit ordnet sich der Mai 2015 als 50.-kältester seit 1901 und als 64.-kältester seit 1881 als geringfügig zu kühler Monat in die jeweiligen Monatsrangfolgen ein.

Im Gebietsmittel wurde für Deutschland eine monatliche Niederschlagshöhe von 51,7 mm gemessen. Das sind -19,9 mm oder -27,8 % weniger als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und -19,4 mm oder -27,3 % weniger als in der Referenzperiode 1961-1990. Der Mai 2015 war damit der 32.-trockenste Mai in Deutschland seit 1901 und der 38.-trockenste seit 1881. Der Mai ordnet sich zu den trockneren Monaten in die Rangfolge ein.

Das Gebietsmittel der Sonnenscheindauer lag bei 187,0 Stunden. Das sind -18,4 Std. oder -9,0 % weniger als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und -8,7 Std. oder -4,4 % weniger als im Mittel der Jahre 1961-1990. Damit ordnet sich der Mai als 21.-sonnenscheinärmster Monat seit 1951 in den Bereich zwischen normalen und zu trüben Monaten in die Rangfolge ein.

Juni 2015

Der Juni 2015 ist im Flächenmittel für Deutschland zwar etwas zu warm ausgefallen, aber im nördlichen Teil Deutschlands wurden gegenüber beiden Referenzperioden etwas geringere Temperaturen als im vieljährigen Mittel beobachtet. Einer meist zu warmen ersten Monatshälfte folgte ab Mitte des Monats eine kühle Phase. Zum Monatsende zeigte sich die Witterung sommerlich warm. Fast deutschlandweit blieb die Summe der Monatsniederschläge unter dem vieljährigen Mittel. In vielen Regionen im Nordosten Deutschlands erreichte die Monatssumme nicht einmal die Hälfte der zu erwartenden Niederschläge. Der Juni ist der dritte Monat in Folge, der regional deutlich zu trocken ausgefallen ist mit Folgen für die Bodenfeuchte und die Wasserstände in den Flüssen. Im Westen lag die Sonnenscheindauer etwas über dem vieljährigen Mittel, im Osten etwas darunter.

Die Mitteltemperatur für Deutschland betrug 15,8°C. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um +0,1 K zu warm, im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 war er +0,4 K zu warm. Damit ordnet sich der Juni 2015 als 49.-wärmster seit 1901 und als 55.-wärmster seit 1881 als geringfügig zu warmer Monat in die jeweiligen Monatsrangfolgen ein.

Im Gebietsmittel wurde für Deutschland eine monatliche Niederschlagshöhe von 57,5 mm gemessen. Das sind -20,2 mm oder -26,0 % weniger als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und -27,1 mm oder -32,0 % weniger als in der Referenzperiode 1961-1990. Der Juni 2015 war damit der 20.-trockenste Juni in Deutschland seit 1901 und der 24.-trockenste seit 1881. Der Juni ordnet sich zu den sehr trockenen Monaten in die Rangfolge ein.

Das Gebietsmittel der Sonnenscheindauer lag bei 205,4 Stunden. Das sind +3,7 Std. oder +1,8 % mehr als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und +7,2 Std. oder +3,6 % mehr als im Mittel der Jahre 1961-1990. Damit ordnet sich der Juni als 29.-sonnenscheinreichster Monat seit 1951 in den Bereich der etwas sonnenscheinreichen Monate ein.

Juli 2015

Der Juli 2015 ist im Flächenmittel für Deutschland deutlich zu warm ausgefallen. Dabei ist für die Temperaturanomalie ein Nord-Süd-Gradient zu erkennen. Während im Norden die Temperaturanomalien je nach verwendeter Referenzperiode leicht unterhalb (1981-2010) bzw. oberhalb (1961-1990) der vieljährigen Mittel lagen, war es im Süden mehr als +3 K (1981-2010) bzw. +4 K (1961-1990) zu warm. Der Juli begann mit einer extremen Hitzewelle, die ihren Höhepunkt am 4. und 5. Juli erreichte. Am 5. Juli wurde an der DWD-Station in Kitzingen ein neuer Temperaturrekord mit 40,3°C gemessen. Nach einer kurzen Abkühlung folgte ab der Monatsmitte die zweite Hitzewelle. Der Monatsausklang gestaltete sich eher kühl. Der Juli 2015 ist der sechste Monat in Folge, der zu trocken ausfällt. Während im Norden das Monatssoll des Niederschlags meist erreicht oder sogar deutlich übertroffen wurde, fiel zwischen Main und Alpenraum nur die Hälfte des normalen Niederschlags. Besonders im Raum Saarland, Rheinland-Pfalz, Südhessen, nördliches Baden-Württemberg und Unterfranken ergibt sich über die letzten Monate ein extremes Niederschlagsdefizit. In den letzten 6 Monaten sind in dieser Region gebietsweise weniger als 50 % des normalen Niederschlags gefallen. Nur im Norden wurde das Sonnenscheinsoll nicht erreicht. Besonders viele Sonnenscheinstunden wurden in Baden-Württemberg und Bayern beobachtet.

Die Mitteltemperatur für Deutschland betrug 19,4°C. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um +1,4 K zu warm, im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 war er +2,5 K zu warm. Damit ordnet sich der Juli 2015 als 7.-wärmster Julimonat seit 1901 und seit 1881 als deutlich zu warmer Monat in die jeweiligen Monatsrangfolgen ein.

Im Gebietsmittel wurde für Deutschland eine monatliche Niederschlagshöhe von 72,2 mm gemessen. Das sind -12,3 mm oder -14,4 % weniger als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und -5,4 mm oder -7,0 % weniger als in der Referenzperiode 1961-1990. Der Juli 2015 war damit der 36.-trockenste Juli in Deutschland seit 1901 und der 39.-trockenste seit 1881. Der Juli ordnet sich zu den trockenen Monaten in die Rangfolge ein.

Das Gebietsmittel der Sonnenscheindauer lag bei 245,1 Stunden. Das sind +25,3 Std. oder +11,5 % mehr als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und +36,3 Std. oder +17,4 % mehr als im Mittel der Jahre 1961-1990. Damit ordnet sich der Juli als 18.-sonnenscheinreichster Monat seit 1951 in den Bereich der sonnenscheinreichen Monate ein.

August 2015

Der August 2015 ist, wie schon der Juli im Flächenmittel für Deutschland deutlich zu warm ausgefallen. Die Abweichung der Temperatur von den vieljährigen Mittelwerten (1961-90) betrug in den östlichen und südlichen Teilen Deutschlands flächenhaft über 3 K, teilweise bis zu über 5 K, während es im Westen und in den Küstenregionen Abweichungen von unter 2 K bis 3 K vorherrschte. Nachdem es im Juli 2015 einen neuen Hitzerekord mit 40,3°C in Kitzingen gab, wurde am 7 August während der dritten Hitzewelle in diesem Sommer an derselben Station dieser Rekordwert erneut erreicht. Während in Süddeutschland und dem äußersten Osten des Landes sehr wenige Niederschläge fielen, wurden im Westen und den mittleren Teilen Deutschlands die vieljährigen Mittelwerte zum Teil stark überschritten. Der Mittelwert der Niederschläge für ganz Deutschland nimmt damit im August 2015 einen mittleren Platz im langjährigen Vergleich ein. Außer im im Bereich der Nordsee wurden in ganz Deutschland die langjährigen mittleren Sonnenscheinstunden übertroffen.

Die Mitteltemperatur für Deutschland betrug 19,9°C. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um +2,4 K zu warm, im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 war er +3,4 K zu warm. Damit ordnet sich der August 2015 als 2.-wärmster Augustmonat seit 1901 und seit 1881 als deutlich zu warmer Monat in die jeweiligen Monatsrangfolgen ein.

Im Gebietsmittel wurde für Deutschland eine monatliche Niederschlagshöhe von 74,8 mm gemessen. Das sind -2,8 mm oder -3,6 % weniger als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und -2,4 mm oder -3,1 % weniger als in der Referenzperiode 1961-1990. Der August 2015 war damit der 67.-trockenste August in Deutschland seit 1901 und der 77.-trockenste seit 1881. Der August ordnet sich zu den mittleren Monaten in die Rangfolge ein.

Das Gebietsmittel der Sonnenscheindauer lag bei 246,3 Stunden. Das sind +40,1 Std. oder +19,4 % mehr als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und +46,8 Std. oder +23,5 % mehr als im Mittel der Jahre 1961-1990. Damit ordnet sich der August als 6.-sonnenscheinreichster Monat seit 1951 in den Bereich der sonnenscheinreichen Monate ein.

September 2015

Der September 2015 ist seit August letzten Jahres der erste Monat, der sowohl bezüglich der internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 als auch zum neuen Vergleichszeitraum 1981-2010 kälter ausfiel als zu den jeweiligen Vergleichsperioden. Nach einem kühlen Monatsstart kletterten die Temperaturen zu Beginn der zweiten Monatsdekade über die vieljährigen Mittelwerte. Diese Episode hielt deutschlandweit etwa eine Woche an. Danach schwankten die Tagesmitteltemperaturen um das vieljährige Mittel. Nur an der Nord- und Ostseeküste und in kleinen Gebieten im Osten und Südosten war es im Monatsmittel wärmer als normal. Im Westen und Südwesten zeigten sich die größten negativen Abweichungen. Der September ist der achte Monat in Folge, der zu trocken ausfällt. In Teilen von Rheinland-Pfalz wurden die höchsten Niederschlagsanomalien beobachtet. In weiten Teilen Bayerns wurden weniger als 50 % des normalen Niederschlages gemessen. An der Ostseeküste und an der Oder wurden die meisten Sonnenstunden registriert und im gesamten Nordosten wurde das Sonnenscheinsoll überschritten. Die bayerischen Alpen blieben dagegen deutlich unter dem vieljährigen Mittel.

Die Mitteltemperatur für Deutschland betrug 13,0°C. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um -0,5 K zu kalt, im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 war er -0,3 K zu kalt. Damit ordnet sich der September 2015 als 44.-kältester Septembermonat seit 1901 und als 54.-kältester seit 1881 als etwas zu kühler Monat in die jeweiligen Monatsrangfolgen ein.

Im Gebietsmittel wurde für Deutschland eine monatliche Niederschlagshöhe von 56,3 mm gemessen. Das sind -11,5 mm oder -17,0 % weniger als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und -4,8 mm oder -7,9 % weniger als in der Referenzperiode 1961-1990. Der September 2015 war damit der 53.-trockenste September in Deutschland seit 1901 und der 62.-trockenste seit 1881. Der September ordnet sich zu den etwas trockneren Septembermonaten in die Rangfolge ein.

Das Gebietsmittel der Sonnenscheindauer lag bei 139,9 Stunden. Das sind -8,5 Std. oder -5,7 % weniger als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und -9,7 Std. oder -6,5 % weniger als im Mittel der Jahre 1961-1990. Damit ordnet sich der September als 23.-sonnenscheinärmster Monat seit 1951 in den Bereich der trüberen Monate ein.

Oktober 2015

Der Oktober 2015 war ein zu kühler und trockener Herbstmonat. Bei relativ trüben Bedingungen lag der Mittelwert der Lufttemperatur unter dem langjährigen Mittel. Die Niederschlagssumme lag unter den langjährigen Mittelwerten, allerdings mit zum Teil deutlichen regionalen Über- und Unterschreitungen.

Die Mitteltemperatur für Deutschland lag bei 8,4 °C. Gegenüber dem vieljährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um -0,8 K zu kalt, während er im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 um -0,6 K zu kalt war. Damit ordnet sich der Oktober 2015 als 71.-wärmster seit 1901 und als 79.-wärmster seit 1881 unter die kühlen Oktobermonate ein. In ganz Deutschland gab es keine Regionen, in denen der Oktober 2015 nicht zu kalt war, in Brandenburg und Sachsen zum Beispiel -1,1 K, während die Abweichung in den süddeutschen Ländern mit -0,3 K für Baden-Württemberg und -0,2 K für Bayern die Abweichungen nicht so groß waren.

Im Flächenmittel wurde eine monatliche Niederschlagshöhe von 46,6 mm für Deutschland gemessen. Diese lag mit -16,9 mm oder -26,6 % unter der mittleren Niederschlagssumme für den Zeitraum 1981-2010 und mit -9,2 mm oder -16,5 % weniger Niederschlag über der Referenzperiode 1961-1990. Der Oktober 2015 war damit der 74.-feuchteste Oktober in Deutschland seit 1901 und der 91.-feuchteste seit 1881. Die Niederschlagssumme in diesem Monat liegt damit im unteren Bereich der bisher für Oktober beobachten Niederschlagssummen. In Rheinland-Pfalz (-65,5 % im Vergleich zu 1981-2010), Baden-Württemberg (-62,5 %) und Hessen (-52,4) waren diese trockenen Bedingungen besonders stark ausgeprägt, während Brandenburg mit +50,7 % und Sachsen-Anhalt mit +31,6 % besonders starke positive Abweichungen vom Vergleichszeitraum 1981-2010 aufweisen.

Das Flächenmittel der Sonnenscheindauer lag bei 99,4 Stunden. Das sind -8,5 Std. oder -7,9 % weniger als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und -9,1 Std. oder -8,4 % weniger als im Mittel der Jahre 1961-1990. Der Oktober 2015 ordnet sich als 24.-sonnenscheinärmster Oktober seit 1951 in der Monatsrangfolge ein. Damit gehört der Monat zu den eher trüben Monaten. Lediglich in Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein wurde das Sonnenscheinsoll erreicht oder überschritten.

November 2015

Der November 2015 war ein ausgesprochen milder Monat. Mit einer Durchschnittstemperatur von 7,5 °C war dieser Monat der wärmste November seit Beginn der systematischen Messungen in Deutschland. Großräumige Tiefdruckkomplexe mit Kernen im Raum Island und Hochdruckgebieten in Südwesteuropa transportierten warme Luftmassen aus dem Mittelmeergebiet nach Deutschland. Insbesondere am zweiten Novemberwochenende wurden an vielen Orten Deutschlands neue Temperaturrekorde für den November aufgestellt. Um den 20. November lag die mittlere Temperatur noch bei ca. 10°C. Erst das letzte Monatsdrittel konnte mit durchschnittlichen Novembertemperaturen aufwarten. Dabei gab es in Süddeutschland überdurchschnittlich viele Sonnenstunden und Niederschlagssummen unter dem langjährigen Mittel, während es in vielen Gebieten Norddeutschlands teilweise hohe positive Abweichungen bei den Niederschlägen gab.

Die Mitteltemperatur von Deutschland betrug 7,5°C. Gegenüber dem vieljährigen Mittelwert des neuen Vergleichszeitraums 1981-2010 war der Monat damit um +3,1 K zu warm, im Vergleich zur internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-1990 waren es +3,5 K. Damit ist der November 2015 der wärmste November sowohl seit 1901 und wie auch seit 1881.

Im Gebietsmittel von Deutschland wurde eine monatliche Niederschlagshöhe von 101 mm gemessen. Das sind +34,0 mm oder +50,7 % mehr als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und +34,6 mm oder +52,1 % mehr als in der Referenzperiode 1961-1990. Nur im Alpengebiet und dem bayrischen Voralpengebiet gab es zum Teil starke negative Abweichungen der Niederschlagssummen zu den langjährigen Mittelwerten. Der November 2015 war damit der 11.-feuchteste November in Deutschland seit 1901 und der 12.-feuchteste seit 1881.

Das Gebietsmittel der Sonnenscheindauer lag bei 67,5 Stunden. Das sind +13,9 Std. oder +25,9 % mehr als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und +14,7 Std. oder +27,8 % mehr als im Mittel der Jahre 1961-1990. Damit ordnet sich der Monat als 7.-sonnenscheinreichster November seit 1951 im oberen Drittel der Monatsrangfolge ein.

Herbst 2015

Während der September und Oktober 2015 etwas kühler als die vieljährigen Mittelwerte waren, hat der November dieses Jahr einen neuen Temperaturrekord aufgestellt. Deutschlandweit lag der gesamte Herbst 2015 dementsprechend nur etwas über dem vieljährigen Mittel. Dabei lag die deutschlandweite Niederschlagssumme etwas über den üblichen Werten, die Sonnenscheindauer entsprach den langjährigen Strahlungswerten, allerdings mit hoher zeitlicher Variabilität.

Das Gebietsmittel der Temperatur betrug 9,6 °C. Damit liegt die Abweichung zur neuen Bezugsperiode 1981-2010 bei +0,6 K, während der vieljährige Mittelwert des internationalen klimatologischen Referenzzeitraums 1961-1990 um +0,8 K übertroffen wurde. Somit war der Herbst 2015 der 18.-wärmste seit 1881 und der 17.-wärmste seit Beginn des 20. Jahrhunderts.

Im Gebietsmittel von Deutschland wurde für den Herbst 2015 eine Niederschlagshöhe von 203,9 mm gemessen. Das sind +5,6 mm oder +2,8 % mehr als im Mittel des Zeitraums 1981-2010 und +20,6 mm oder +11,2 % mehr als in der Referenzperiode 1961-1990. Während September und Oktober 2015 ein Niederschlagsdefizit aufweisen, war der November deutlich zu feucht. Der Herbst 2015 war damit der 37.-feuchteste Herbst in Deutschland seit 1901 und der 42.-feuchteste seit 1881.

Das Flächenmittel der Sonnenscheindauer lag bei 306,7 Stunden. Das sind 3,1 Std. oder -1 % weniger als im Vergleichszeitraum 1981-2010 und -4,2 Std. oder -1,4 % weniger als im Mittel der Jahre 1961-1990. Im September und Oktober 2015 waren relativ trübe Monate, während der November ein sehr sonnenscheinreicher Monat war. Somit liegt der Herbst 2015 auf dem 33. Platz und damit im Mittelfeld der Rangfolge der Sonnenscheindauer seit 1951.

Winter 2014/2015

Bis zur Hälfte des meteorologischen Winters 2014/2015 war von Winter nicht viel zu merken. Einem deutlich zu warmen Dezember folgte eine sehr milde erste Januarhälfte. Erinnerungen an den letzten Winter mit einem Totalausfall im Flachland wurden wach. Regen, Wind und wenig Sonnenschein prägte diese Periode. Nur ein kurzer Wintereinbruch zwischen Weihnachten und Neujahr brachte Schnee auch im Flachland. Dann besann sich der Winter, die Temperaturen gingen zurück und bewegten sich um die langjährigen Mittelwerte. In den Mittelgebirgen und den Alpen gab es reichlich Schnee, der teilweise auch im Flachland einige Tage liegen blieb. Mitte Februar lag Deutschland unter Hochdruckeinfluss, was zu Hochnebel im Flachland und Sonnenschein in den Bergen führte. Im Nordosten Deutschlands und Teilen Bayerns wurden die höchsten Temperaturanomalien beobachtet. Hohe Niederschlagsanomalien wurden besonders im Norden Deutschlands registriert. Vor allem in der ersten Winterhälfte wurde viel Niederschlag beobachtet. Für Schleswig-Holstein ergibt sich der 3.-nasseste Winter seit 1881.

Das Gebietsmittel der Temperatur betrug 1,9°C. Damit liegt die Abweichung zur neuen Bezugsperiode 1981-2010 bei +1,0 K, während der vieljährige Mittelwert des internationalen klimatologischen Referenzzeitraums 1961-1990 mit +1,6 K übertroffen wurde. Somit war der Winter 2014/2015 der 21.-wärmste seit Beginn des 20. Jahrhunderts und der 23.-wärmste seit 1881 und ordnet sich damit in die Mitte der wärmeren Winter ein.

Die Niederschlagsbilanz fällt mit insgesamt 183,2 mm recht durchschnittlich aus. Die Abweichung zum Mittelwert der Bezugsperiode 1981-2010 liegt damit bei -9,6 mm oder -5,0 %. Im Verhältnis zum internationalen Referenzzeitraum 1961-1990 ergibt sich ein Überschuss von +2,5 mm bzw. +1,4 %. Der Winter 2014/2015 war somit der 47.-nasseste seit Beginn des 20. Jahrhunderts und der 50.-nasseste seit 1881.

Die Sonnenscheindauer erreichte nicht die vieljährigen Mittelwerte. Mit insgesamt 145,6 Stunden war der Winter 2014/2015 im Vergleich zur Bezugsperiode 1981-2010 um -20,9 Stunden oder -12,6 % zu trüb. Gegenüber dem Referenzzeitraum 1961-1990 ergibt sich ein Defizit von -8,9 Stunden bzw. -5,8 %. Damit wurde der Winter 2014/2015 der 21.-sonnenscheinärmste Winter seit 1951. (Inhalt und Dokumationen)

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