09 | 04 | 2020

Kurzmeldungen-Trend, 08.04.2020

10-Tage-Vorhersage für Deutschland

von Donnerstag, 09.04.2020 bis Donnerstag, 16.04.2020
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Montag, 06.04.2020, 12:53 Uhr

Frühsommerlich warm und weitgehend trocken. Ostern vor allem im Norden und in der Mitte wechselhaft und leichter Temperaturrückgang.

Vorhersage für Deutschland bis Montag, 13.04.2020,

Am Donnerstag von Norden auf die Mitte übergreifend Wolken und etwas Regen. Sonst meist heiter und weitgehend trocken. Höchsttemperaturen 19 bis 25, im Norden 12 bis 18 Grad. Im Norden zeitweise mäßiger Nordwestwind, sonst schwachwindig. In der Nacht zum Freitag im Norden und in der Mitte Durchzug von Wolkenfeldern, sonst häufig klar. Tiefstwerte zwischen 9 und 1 Grad, bei längerem Aufklaren Frost in Bodennähe.

Am Freitag im Norden und in der Mitte wechselnd wolkig, aber kaum Regen. Nach Süden hin mehr Sonne. Temperaturen im Westen und Süden 20 bis 25, im Norden und Osten 14 bis 19 und an der Ostsee 11 Grad. Meist schwachwindig. In der Nacht zum Samstag im Norden und Nordosten etwas Regen, sonst gering bewölkt oder klar. Temperaturminima 10 bis 4 Grad.

Am Samstag im Norden viele Wolken und etwas Regen. Später im westlichen Bergland einzelne Gewitter. Nach Süden und Südosten hin noch viel Sonne und trocken. Dort noch einmal mit 20 bis 25 Grad recht warm. Temperaturmaxima sonst 14 bis 19, an der See um 12 Grad. Dabei schwachwindig. In der Nacht zum Sonntag vor allem im Norden und in der Mitte etwas Regen. Im Süden teils noch klar. Tiefsttemperaturen 12 bis 6 Grad.

Am Sonntag im Norden und in der Mitte gebietsweise etwas Regen. Im Süden zunächst heiter bis wolkig, später vor allem über dem Bergland einzelne Schauer oder Gewitter. Höchsttemperatur 13 bis 19, in tieferen Lagen Süddeutschlands um 22 Grad. Abgesehen von Gewitterböen schwacher Wind aus unterschiedlichen Richtungen. In der Nacht zum Montag im Norden und in der Mitte gelegentlich, im Süden vereinzelt Regen. Dort sowie ganz im Nordosten größere Wolkenlücken. Abkühlung auf 10 bis 4 Grad.

Am Montag häufiger Regen, von der Küste her vermehrt Auflockerungen. Höchstwerte 14 bis 20 Grad, am Oberrhein auch etwas darüber, an der Ostsee um 11 Grad. Mäßiger, auf Nord bis Nordost drehender Wind. In der Nacht zum Dienstag noch gebietsweise Regen. Vor allem im Norden und Nordosten längere Zeit klar. Temperaturminima 9 bis 3 Grad, im Norden und Nordosten leichter Frost, dort in Erdbodennähe auch mäßiger Frost.

Trendprognose für Deutschland, von Dienstag, 14.04.2020 bis Donnerstag, 16.04.2020,

Weniger Regen und zur Wochenmitte hin eher wieder etwas ansteigende Temperaturen, aber wahrscheinlich nicht mehr so warm wie bisher. Bei längerem nächtlichen Aufklaren zumindest in Erdbodennähe nach wie vor Frostgefahr.

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Erneut viel Wind vom Schwarzen Meer bis hin zur Ägäis

Bei hohem Luftdruck über der Balkan-Halbinsel und tiefem Luftdruck über der Türkei stellt sich zwischen Schwarzem und Ägäischem Meer häufig stürmischer Nordostwind ein, der gerade über See mit Zusatzeffekten zu teils orkanartigen Böen führen kann.

Seit einigen Tagen hat sich über Südosteuropa eine relativ stationäre Wetterlage eingestellt. Einerseits herrscht hoher Luftdruck über der Balkan-Halbinsel, andererseits sorgt tiefer Luftdruck über dem östlichen Mittelmeer und der Türkei für einen ernst zu nehmenden Widerpart

Dort haben sich aufgrund der Strömungsverhältnisse veritable Temperaturgegensätze herauskristallisiert. So wird um das Hoch herum aus Norden und Nordosten relativ kalte Luft über die östlichen Balkanländer und das westliche Schwarze Meer über den Bosporus bis in die südliche Ägäis geführt. Gleichzeitig pumpt ein Tief, das sich über der Türkei festgesetzt hat, entgegen dem Uhrzeigersinn warme Luft aus Süden und Südosten weit nach Norden bis über das östliche Schwarze Meer. Damit etabliert sich ein eher meridionaler Austausch der Luftmassen, der dafür sorgt, dass sich die beiden Luftdruckgebilde festgebissen haben und erstmal nicht daran denken, weiter zu ziehen.

Nun ja, diese Temperaturgegensätze führen zu einer Verschärfung der Luftdruckgegensätze auf relativ engem Raum, die mit der Höhe noch zunehmen. Das bedeutet unter anderem viel Wind für diese Region, speziell über den Meeresoberflächen. Dort ist ja bekanntlich die Reibung, also der Widerstand, auf den die Luftbewegung trifft, geringer. Folglich treten über der See generell höhere Windgeschwindigkeiten auf.

Dazu kommt ein weiterer Effekt. Derzeit weist das westliche Schwarze Meer Wassertemperaturen so um die 10 Grad, die Ägäis so um die 15 Grad auf. In rund 1500 m Höhe herrschen dagegen in dieser Region zwischen 0 und -2 Grad. Durch die Temperaturunterschiede zwischen relativ warmer Meeresoberfläche und der Umgebungsluft (bis in rund 1500 m Höhe) tritt ein signifikanter vertikaler Temperaturgradient auf, der zu verstärkten Vertikalbewegungen (Aufsteigen der wärmeren Luft über dem Meer und kompensatorisches Absinken kälterer Luft aus der Höhe) führt. Damit sind die Voraussetzungen gegeben für ein verstärktes Heruntermischen des ohnehin sehr starken Höhenwindes (siehe auch Thema des Tages vom 06.01.2020: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/1/6.html).

Dabei traten im Verlauf des Sonntags teils schwere Sturmböen an der Schwarzmeerküste in Bulgarien (Burgas 101 km/h, Bft 10) auf, an der Ägäis-Küste im Norden Griechenlands wurden sogar einzelne orkanartige Böen registriert (Alexandropoulis 104 km/h, Bft 11). In der beigefügten Abbildung sind die 6-stündig aufgetretenen maximalen Böen am Sonntag, den 05.April 2020 im Zeitraum von 14 bis 20 Uhr Ortszeit aufgeführt.

Über dem offenen Meer sind sicher noch höhere Windgeschwindigkeiten aufgetreten (siehe Anmerkungen oben), dort verfügen wir allerdings nicht über entsprechende Messstationen.

Dr. rer. nat. Jens Bonewitz

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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Aktuelle Isobarenkarten

http://www.met.fu-berlin.de/de/wetter/maps/emtbkna.gif

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Der 15-Tage-Temperaturtrend umfasst eine Vorhersage für die Tageshöchst- und Tiefsttemperaturen der Tage 5 bis 15. Dabei gilt der Ausgabetag (heute) als erster Tag.

Die Temperaturwerte gelten typischerweise für die unteren und mittleren Lagen der Regionen, in den Hochlagen der Mittelgebirge und in den Alpen sind niedrigere - und

besonders im Winter bei Inversionswetterlagen - teils auch höhere Temperaturen möglich.

Der 15-Tage-Temperaturtrend wird auf Basis des mittelfristigen Vorhersagesystems des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW) berechnet, wobei das

Gebiet der Bundesrepublik Deutschland in 7 RegioWärmstes Jahr seit dem Beginn regelmäßiger Temperaturmessungennen (Nordwesten, Nordosten, Osten, Westen, Mitte, Südosten,

Südwesten) unterteilt wird. Die Vorhersage berücksichtigt Prognoseunsicherheiten, die bei mittelfristigen Vorhersagen eine große Rolle spielen. Daher ist es bei Prognosen, die sich bis z

um fünfzehnten Tag erstrecken, sinnvoll einen Bereich anzugeben, in dem sich die Temperatur wahrscheinlich bewegen wird. Da diese Spanne bis einschließlich des vierten Tages in der

Regel sehr klein ist, beginnt der 15-Tage-Temperaturtred erst am fünften Tag.

Der Bereich, in dem sich die Tageshöchsttemperatur wahrscheinlich bewegen wird ist in den Abbildungen orangerot dargestellt, der Bereich für die Tagestiefsttemperatur in blau.

Gerade gegen Ende des Vorhersagezeitraums kann es vorkommen, dass es zu einer Überschneidung dieser beiden Bereiche kommt. Dieser Überschneidungsbereich ist violett markiert. 

Trend ( 5 bis 10 Tage )

Temperatur- und Niederschlagstrend für die Station Schwerin
Erläuterung: Die Trendvorhersage beschreibt, in welchem Rahmen sich Temperatur und Niederschlag/Schneefall entwickeln werden.
Dazu werden mehrere Vorhersagen berechnet, die möglichst alle potenziell zu erwartenden Entwicklungen umfassen sollen.
Die Darstellungen fassen zusammen, in welchem Bereich 50%, 80% bzw. 100% dieser Vorhersagen liegen.  

Erläuterung der Trendvorhersage (Grafik), 50%80 und 100% Verteilung der einzelnen Vorhersage auf Farben (Quelle DWD)

 In seltenen Fällen kann die tatsächliche Wetterentwicklung auch außerhalb des 100%-Bereiches sein.

2009-2020

Unwetterwarnungen

 

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