30 | 11 | 2022

Kurzmeldungen-Trend, 30.11.2022

10-Tage-Vorhersage für Deutschland

von Samstag, 26.11.2022 bis Samstag, 03.12.2022
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Mittwoch, 23.11.2022, 13:25 Uhr

Unbeständig mit zeitweiligen Niederschlägen, überwiegend als Regen. Temperatur meist im Normalbereich.

Vorhersage für Deutschland bis Mittwoch, 30.11.2022,

Am Samstag wechselnde, nach Osten hin häufig starke Bewölkung und einzelne Schauer, Oberhalb 1000 m Schnee. Im Tagesverlauf im Westen beginnende Abtrocknung und zunehmend sonnige Abschnitte.

Höchsttemperatur zwischen 4 Grad an den ostbayerischen Mittelgebirgen und 11 Grad am Niederrhein. Überwiegend schwachwindig.

In der Nacht zum Sonntag im Osten anfangs Schauer. Ansonsten von Westen her Bewölkungsrückgang, aber nachfolgend gebietsweise dichter Nebel oder Hochnebel. Abkühlung auf 6 bis 0 Grad. Leichter

Frost bis -4 Grad insbesondere von den Alpentälern bis hinunter ins Vorland sowie in den Mittelgebirgen.

Am Sonntag teils stärker bewölkt oder längere Zeit neblig trüb, teils aufgelockert. Sonne vor allem an den Alpen, allgemein in höheren Lagen sowie am Nordrand der Mittelgebirge. Im Tagesverlauf im Westen

und Nordwesten Bewölkungsverdichtung und nachfolgend einsetzender Regen. Höchsttemperatur meist 6 bis 11 Grad, bei zähem Nebel im Süden keine 5 Grad. Im Nordwesten auffrischender südlicher Wind,

an der Nordsee steife bis stürmische Böen. Im großen Rest des Landes meist schwachwindig.

In der Nacht zum Montag sich ost-südostwärts ausbreitender Regen, im Bergland teils Schnee. An den Alpen, in Südostbayern sowie im Osten noch trocken, teils neblig. 6 bis 0 Grad, im Süden und Südosten

gebietsweise leichter Frost.

Am Montag überwiegend stark bewölkt bis bedeckt mit zeitweiligen Regenfällen. Höchstwerte 3 bis 10 Grad. Schwacher bis mäßiger, an der Nordsee mitunter frischer Süd- bis Südwestwind.

In der Nacht zum Dienstag weitere Regenfälle, in Lagen oberhalb 800 bis 1000 m in Schnee übergehend. Tiefstwerte 6 bis 0 Grad.

Am Dienstag wechselnd, meist stark bewölkt, nur wenig Sonne. Einzelne Schauer, oberhalb 800 bis 1000 m Schnee. 2 bis 9 Grad. Schwacher bis mäßiger Wind aus Süd bis West.

In der Nacht zum Mittwoch stark bewölkt, gelegentlich noch etwas Regen, oberhalb 600 bis 800 m Schnee, nur stellenweise Auflockerungen. Abkühlung auf Werte zwischen 6 bis 0 Grad.

Am Mittwoch meist stark bewölkt, vor allem im Norden und Osten einzelne Schauer, oberhalb 700 m Schnee. Schwacher bis mäßiger Süd- bis Südwestwind. Höchstwerte zwischen 3 bis 9 Grad.

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Unwetterserie im Mittelmeer

Seit rund einer Woche jagt im Mittelmeer ein Unwettertief das Nächste. Neben Sturm- bis hin zu Orkanböen sorgen heftige Gewitter mit ergiebigen Regenfällen für ein erhöhtes Schadenspotential.

Aktuell hat das inzwischen dritte Unwettertief das westliche Mittelmeer im Griff.

Insbesondere der westliche und zentrale Mittelmeerraum wird seit einer Woche von einer ganzen Serie von Unwettertiefs heimgesucht. Auslöser sind derzeit wiederholte Kaltluftvorstöße von Spanien und

Südfrankreich ins westliche Mittelmeer. Begünstigend auf die Entwicklung der Sturmtiefs wirken die starke Verdunstung und der Wärmeeintrag vom noch verhältnismäßig warmen Mittelmeer.

Die Meeresoberflächentemperatur bewegen sich derzeit zwischen 17 und 23 Grad. Sie liegen dabei 1 bis etwa 4 Grad über dem langjährigen Mittel. Da das Wasser bei den stattfindenden Kaltluftvorstößen

wärmer als die Luft ist (labile Luftschichtung), wird zusätzliche Auftriebsenergie für kräftigere Gewitterentwicklungen zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, warum der Herbst die

Unwettersaison im Mittelmeer ist.

Den Auftakt zur Unwetterserie machte Sturmtief "Denise" vergangenen Dienstag. Im Golf von Genua geboren, wanderte es in östlicher Richtung über Mittelitalien weiter über den Balkan hinweg.

Bei Gewittern sowie auf dem offenen westlichen Mittelmeer erreichten die Böen vom Löwengolf über die Balearen bis nach Italien teils Orkanstärke. Insbesondere aufgrund von eingelagerten Gewittern

wurden stellenweise Niederschlagsspitzen von mehr als 100 Liter pro Quadratmeter an Westküstenabschnitten im Südwesten Italiens und der Adria registriert.

Nach dem Abzug von "Denise" Richtung Schwarzes Meer war den westlichen Mittelmeeranrainern nur eine kurze Verschnaufpause gegönnt. Schon am Freitag stand das nächste Unwettertief am Löwengolf

in den Startlöchern. Dieses Mal sollte es eine südlichere Zugbahn über das westliche und später südliche Mittelmeer einschlagen. Zunächst sorgte das Unwettertief am Freitagnachmittag in der Nähe von

Barcelona für Gewitter. Beim Queren des westlichen Mittelmeeres "tankte" das Tief nachfolgend nochmals ordentlich Energie. Im weiteren Verlauf des Freitagabends und in der Nacht zum Samstag zogen

insbesondere über das Tyrrhenische Meer und später auch zwischen Malta und Sardinen linienhaft angeordneten Gewitterkomplexe, die später auch Kalabrien erreichten (Abbildung 1).

Satellitenfilm (im visuellen und infraroten Bereich) und Blitze im Mittelmeer von Freitag, den 25.11.2022, 15 UTC bis Samstag, den 26.11.2022, 9 UTC

Satellitenfilm und Blitze im Mittelmeer von Freitag, den 25.11.2022, 15 UTC bis Samstag, den 26.11.2022, 9 UTC

Insbesondere die Insel Ischia im Golf von Neapel traf es mit voller Wucht. Heftige Regenfälle lösten Erdrutsche und Überschwemmungen aus, wobei Häuser beschädigt und Fahrzeuge von den Sturzfluten

mitgerissen wurden. An der Station Forio sind nach lokalen Angaben innerhalb von 6 Stunden 133 Liter pro Quadratmeter gefallen, ein Wert der im bisherigen Beobachtungszeitraum dort noch nie erreicht

wurde. Inzwischen sind auf Ischia durch die Verheerungen bereits acht Todesopfer zu beklagen. Am Sonntag zog das Unwettertief dann unter Abschwächung über das Ionische Meer und die Große Syrte

nach Libyen südwärts ab.

Satellitenfilm (im visuellen und infraroten Bereich) und Blitze im Mittelmeer von Montag, den 28.11.2022, 6 UTC bis Dienstag, den 29.11.2022, 7 UTC

Satellitenfilm und Blitze im Mittelmeer von Montag, den 28.11.2022, 6 UTC bis Dienstag, den 29.11.2022, 7 UTC

Doch das Wetter kommt im Mittelmeer noch immer nicht zur Ruhe. Ganz gemäß der Redewendung "Aller guten Dinge sind drei" hat sich am gestrigen Montag ein weiteres Unwettertief mit dem internationalen

Namen "Ariel" über dem westlichen Mittelmeer etabliert. Inzwischen ist es südostwärts bis zur Straße von Sizilien vorgedrungen. Damit einhergehend sind gestern schon kräftige Gewitter mit Starkregen vor

allem über die Balearen hinweggezogen und haben sich dann am Abend und in der vergangenen Nacht etwas weniger organisiert nach Sardinien und ins Tyrrhenisches Meer verlagert (Abbildung 2).

Animierte Entwicklung von Windrichtung und Böen sowie Bodendruck (ICON6 Modell) vom 28.11.2022 06 UTC bis 30.11.2022 0 UTC

Entwicklung von Windrichtung und Böen sowie Bodendruck (ICON6 Modell) vom 28.11.2022 06 UTC bis 30.11.2022 0 UTC

Zudem hat sich an der Westflanke des Tiefs vom Löwengolf über die Balearen bis nach Algerien auch abseits von Gewittern ein böiger Nordwind mit Sturmstärke eingestellt. Örtlich sind auch schwere

Sturmböen mit von der Partie (z.B. gemessene 93 km/h in Capdepera im Nordosten Mallorcas). Am heutigen Dienstag verlagert sich das Tief weiter ostwärts, wobei es sich über Süditalien in zwei getrennte

Tiefdruckparzellen aufspaltet. Ein Drehzentrum ist im Bodendruckfeld dann über dem Tyrrhenischen und ein zweites über dem Ionischen Meer auszumachen. An der Westflanke ist der Nordwind mit

Sturmstärke zwischen Löwengolf und Golf von Genua bis hinunter nach Tunesien weiter ruppig (Abbildung 3).

Akkumulierter Niederschlag bis Freitag, 02.12.2022 0 UTC aus dem ICON6 (links) und ECMWF Modell (rechts).

Akkumulierter Niederschlag bis Freitag, 02.12.2022 0 UTC aus dem ICON6 (links) und ECMWF Modell (rechts).

 Zudem hat das Tief erneut teilweise ergiebige Regenfälle und Gewitter im Gepäck, die die südlichen Regionen Italiens (insbesondere Kalabrien und Apulien sowie z.T. Sardinien) abermals heimsuchen werden.

Im Verlauf der weiteren Woche gerät dann zunehmend Griechenland und die Ägäis in den Fokus. Akkumuliert werden von den Modellen in den küstennahen Gebieten der erwähnten Regionen bis einschließlich

Donnerstag 50 bis 150, punktuell bis oder über 200 Liter pro Quadratmeter gerechnet. Insbesondere wegen der eingelagerten Gewitter, die sich von den Wettermodellen nicht genau verorten lassen,

können die Niederschlagsspitzen in ihrer tatsächlichen Intensität von den Prognosen abweichen (Abbildung 4).

M.Sc. (Meteorologe) Sebastian Altnau

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Aktuelle Isobarenkarten

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Der 15-Tage-Temperaturtrend umfasst eine Vorhersage für die Tageshöchst- und Tiefsttemperaturen der Tage 5 bis 15. Dabei gilt der Ausgabetag (heute) als erster Tag.

Die Temperaturwerte gelten typischerweise für die unteren und mittleren Lagen der Regionen, in den Hochlagen der Mittelgebirge und in den Alpen sind niedrigere - und

besonders im Winter bei Inversionswetterlagen - teils auch höhere Temperaturen möglich.

Der 15-Tage-Temperaturtrend wird auf Basis des mittelfristigen Vorhersagesystems des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW) berechnet, wobei das

Gebiet der Bundesrepublik Deutschland in 7 RegioWärmstes Jahr seit dem Beginn regelmäßiger Temperaturmessungennen (Nordwesten, Nordosten, Osten, Westen, Mitte, Südosten,

Südwesten) unterteilt wird. Die Vorhersage berücksichtigt Prognoseunsicherheiten, die bei mittelfristigen Vorhersagen eine große Rolle spielen. Daher ist es bei Prognosen, die sich bis z

um fünfzehnten Tag erstrecken, sinnvoll einen Bereich anzugeben, in dem sich die Temperatur wahrscheinlich bewegen wird. Da diese Spanne bis einschließlich des vierten Tages in der

Regel sehr klein ist, beginnt der 15-Tage-Temperaturtred erst am fünften Tag.

Der Bereich, in dem sich die Tageshöchsttemperatur wahrscheinlich bewegen wird ist in den Abbildungen orangerot dargestellt, der Bereich für die Tagestiefsttemperatur in blau.

Gerade gegen Ende des Vorhersagezeitraums kann es vorkommen, dass es zu einer Überschneidung dieser beiden Bereiche kommt. Dieser Überschneidungsbereich ist violett markiert. 

Trend ( 5 bis 10 Tage )

Temperatur- und Niederschlagstrend für die Station Schwerin
Erläuterung: Die Trendvorhersage beschreibt, in welchem Rahmen sich Temperatur und Niederschlag/Schneefall entwickeln werden.
Dazu werden mehrere Vorhersagen berechnet, die möglichst alle potenziell zu erwartenden Entwicklungen umfassen sollen.
Die Darstellungen fassen zusammen, in welchem Bereich 50%, 80% bzw. 100% dieser Vorhersagen liegen.  

Erläuterung der Trendvorhersage (Grafik), 50%80 und 100% Verteilung der einzelnen Vorhersage auf Farben (Quelle DWD)

 In seltenen Fällen kann die tatsächliche Wetterentwicklung auch außerhalb des 100%-Bereiches sein.

2009-2022

Unwetterwarnungen

Unwetterwarnungen

  Überblick über die aktuelle Warnlage in Deutschland

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aktueller Radarfilm Deutschland

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aktuelles Wetter und aktuelle Temperatur Region Nordost

Waldbrandgefahr   

Deutschlandkarte mit dem Tageswert des Waldbrand-Gefahrenindex WBI, heute